Mosel 🇩🇪

Burg Eltz

Unser Plan ist, die Mosel ein wenig abzufahren bzw. abzuwandern. Hier in der Nähe ist eine Burg, welche nie so richtig geschleift wurde. Die Begründung dafür macht schon ein wenig neugierig. Die Burg ist so weit von allem Wichtigen, dass sie einfach nicht gefunden wurde. Von der Mosel aus fährt man erst einmal den Hang hoch. Folgend über ausgestreckte Wiesen und Felder. Weit reicht der Blick und keine Erhebung mit einer Burg darauf in Sicht. (🇬🇧 translate article)

Eine kleine Seitenstraße führt durch den Wald. Heute ist ein großer Andrang und es staut sich kurz vor der Burg. Wir fahren ein wenig zurück und parken etwas unorthodox auf dem Wanderparkplatz. Noch immer sehe ich weit und breit keine Burg. Der Weg führt durch einen schönen alten Wald, eher durch ein Tal als dass wir einen Hügel besteigen. Eine Burgruine säumt den Weg.

Die gesuchte Burg ist erst kurz vor dem Ziel sichtbar. Kein Wunder, dass sie so leicht zu übersehen war. Sie liegt inmitten eines Talkessels.

Just in diesem Moment fängt es an zu regnen. Sollte ja kein Problem sein, da eine Burgbesichtigung doch eher innen. Leider sorgt der große Ansturm für eine Wartezeit von ca. einer Stunde. Dieses eher vor der Tür.

In der Burg an sich findet man alles was man in einer Burg so zu finden vermutet. Rüstungen, Speere, Hellebarden…

Doch solche Minikanonen hab ich noch nicht viele gesehen. Zum Teil waren sie Werbegeschenke, um die größeren verkaufen zu können, wenn ich das richtig interpretiert habe.

Massivholzmöbel, Zinkgefäße und Gobelins an den Wänden – kein außergewöhnliches Interieur.

Diese Keramikgefäße waren eher nicht der Standard, vermute ich. Hier wurde heiße Kohle hineingetan und sich dann darauf gesetzt. Sitzheizung im Mittelalter.

Oft müssen wir die engen Treppen von einem Raum in den anderen steigen. Ein Raumgefühl von Größe stellt sich nicht wirklich ein.

In der ehemaligen Kapelle wurde mehr für Gemütlichkeit getan. Sie liegt genau neben der Küche und von dort wurde auch dieser schöne Ofen gefeuert.

In der Küche alles was man so braucht. Auch deutlich zu sehen, wo das Sprichwort ▽ Leg mal einen Zahn zu! △ herrührt.

Als Letztes besuchen wir die Schatzkammer. Ein wenig Güldenes, ein wenig Porzellan, ein wenig Schmuck. Toll fand ich die Ringe mit Wechseledelsteinen. Da fällt es leichter, den Passenden zum Kleid zu finden.

Cochem mit seiner Burg streifen wir mehr oder weniger. Die Stadt ist schon schön, doch wir sind nicht die Ersten, welche dieses feststellen. So sind die Gassen gefüllet mit Leuten. Uns ist das grad zu viel.

Lieblicher ist das Dornröschen unter den Orten an der Mosel, Beilstein, welches sich im Abendlicht sonnt.

Ãœbersichtlich der Ortskern.

Wir erklimmen die Burgruine und werfen einen Blick hinunter.


Am nächsten Tag geht unsere Reise weiter. Wir folgen den vielen Windungen des Flusses. Halten hier und da Ausschau.

In Winnigen, welches eine der schönsten Gemeinden sein soll, steigen wir einen Weinberg an. Der Ort an sich ist schon ok, doch die Erwartungen waren höher. In den Gassen sind Reben als Bögen von einer Seite zur anderen. Als Entschädigung stand auch eine Schale Trauben zum Mitnehmen am Hause. Danke, warn lecker.

Weit fließt die Mosel nicht mehr ungestört. Schon bald geht sie auf im Rein am deutschen Eck. Schon a wenig monumental. Wir fragten uns der Tafeln der deutschen Länder und deren Zusammenstellung. Wieso ist da Thüringen, Saarland, Brandenburg und Ostpreußen auf einer Tafel? Hessen hat eine für sich alleine. Auf den Tafeln mit mehr als einem Land stehen die, welche verloren geglaubt nach dem Kriege. Zusammenfassend stehet nun darunter das alle wieder vereint. Na ja – nicht ganz – würd ich sagen.

Das Bedauern über Verluste an ehemaligen Reichsgebiet sind auch in der Innenstadt von Koblenz zu finden. Hier geht es aber eher um Lothringen.


Zurück nach Mannheim fahren wir ein Stück am Rhein entlang. Unzählige Burgen säumen sein Ufer. In Sankt Goar war nun der Gleichnamige niedergelassen, um denn die Schiffer aus dem Rein zu fischen, welche der Loreley erlegen.

Ein Daumenbreit weiter den Rhein stromauf dieser gar verwunschenen Felsen. Ich war noch nie dort und hatte so meine Vorstellung, welche schon in Kindheitstagen genährt. Was stellt man sich als kleiner Bub schon vor, wenn von einer unheimlich schönen wie auch unglücklichen Maid die Rede, welche auf einem Felsen am Flusse sitzend durch ihren Gesang beim Kämmen ihrer langen güldenen Locken die Kapitäne so in ihren Bann schlug, dass nicht wenig später harter Fels das Gleiche tat durch des Schiffes Planken. Da steh ich nun vor diesem und ward schon arg enttäuscht. Hat mir da meine Fantasie einen Streich gespielt?


Wir biegen ab vom Rein und folgen der Autobahn. Rein zeitmäßig schneller und doch sollte man sich überlegen, ob es wirklich effektiver ist. Was bringt dir die Fahrt auf der Autobahn? Man schlittert so zwischen Leitplanke und Fahrbahnmarkierung und freut sich, wenn es vorbei. Diese Zeit in deinem Leben benenne ich mal als verloren. Wären wir dem Rhein gefolgt, würden wir auch unweigerlich in Mannheim landen, nur halt wesentlich später, aber mit reizvoller Landschaft. Was hätten wir verloren?


OK – und dann kommt wohl das Ãœberraschungspaket Deutsche Bahn. Man weiß nicht, was man bekommt. Streckensperrung, Umleitungen, Gleiswechsel… In Mannheim fuhr mein Zug einfach mal durch. Der Nächste nicht über F(M) Hbf, obwohl ich da hätte umsteigen sollen. Ich fahr zurück nach Mannheim und nehme einen Direktzug – welcher eine Stunde später + Verspätung plötzlich auf dem nächsten Bahnsteig einfuhr, gleichzeitig mit einem auf dem Bahnsteig, wo er als nach Berlin angezeigt war??? Ich renn rüber und frage die Zugbegleiter. Berlin – ich komme. Ich weiß nicht, wohin der andere Zug fuhr und wie viele in diesen einstigen, mit der Hoffnung nach Berlin zu fahren – die Anzeigen waren def.

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