Israel 02 2020 🇮🇱

Berlin: Jetzt ist es an der Zeit aufzubrechen. Oft schon gehört und auch selbst schon erlebt, sollen ja die Kontrollen bei Flügen nach Israel etwas Besonderes sein. In Tegel angekommen schaue ich auf die Tafel. Check-in C30. Das ergibt Sinn, weil Easyjet im Terminal C residiert. Ich also den Gang runter und anstellen. Totales Gewusel und es geht nicht voran. Ich also wieder raus aus der Schlange, da ich weiß, dass der gegenüberliegende Eingang oft nicht so voll ist. Halte meine Bordkarte an das Lesegerät und lese nach einem grässlichen Ton • Falscher Bordbereich • Merde! Also wieder zurück auf die gegenüberliegende Seite und anstellen. Aber auch hier das gleiche??? Ich ruf quer rüber, wo denn der Flug nach Tel Aviv abgehe. »B20« Wieso denn B20, da stand doch was von C. Ja aber nur für die Koffer. Am Gate B20 fliegen nicht viele ab. Genau genommen sind es 3 am Tage. War ja irgendwie klar, denke ich. Also erst mal deinen Pass. War einfach. Dann deinen Koffer und den Kruschtel. Im Prinzip genau so unangenehm wie sonst auch. Also für mich. Ein paar Passagiere landeten hier mit ihren Koffern. Die mussten jetzt wieder raus und erst mal zu Terminal C. Dann doch lieber in meiner Variante.

Kaum bin ich durch, rufen sie zum Borden. Passt! Ich steh nun als Dritter und warte. Jemand fragt und erhält zur Antwort, es seien noch ein paar Minuten. Ich stehe und warte. Inzwischen geht Eine von Person zu Person und erläutert die Gepäckbestimmungen. Ich hatte meine Jacke schon im Koffer verstaut und mein iPad in ner Tüte in der Hand. Sie sagte • Nur ein Gepäckstück! • Ich versuche ihr zu erklären, dass ich es nur für alle im Flugzeug schneller machen wolle. Komischerweise stimmt sie mir zu, will es aber nicht gelten lassen. • Ihr Koffer ist eh zu groß! • war ihr nächstes Argument. Ich fragte • Seit wann denn das? • Die folgenden gemeinsamen Aktivitäten lassen es immer deutlicher erscheinen. Aus uns wird nichts! Wir gehen uns aus dem Wege. Andere haben da kein Glück. Ich will meinen gerade erkämpften Status auch nicht verlieren und halte mich raus. So steh ich hier schon 20 Minuten und nichts passiert. Ein kurzer Blick in den live Tracker verrät mir, unsere Maschine ist grad über Pasewalk. Na toll. Das wird noch dauern.

Jetzt ist die Ersehnte da.

Nun soll es los gehen. Die Schnellbordenden werden aufgerufen. Ein Einziger kommt. Ab hier wird es ein wenig durcheinander. Ich lande in dem ersten Bus gleich unten an der Treppe. Kaum sind 20 Personen eingestiegen ist Schluss. Es passiert rein gar nichts. Na ja die Kolben gehen hoch und runter und zwingen die Kolbenringe ihren Bewegungen zu folgen. Jahrmillionen altes Öl wird energetisch so motiviert, dass es überfordert in viele Einzelteile zerfällt. Diese so unverketteten Moleküle entweichen in das was wir jeden Moment unseres Lebens begierig in unser Innerstes lassen. Warte mal – zurück ins Jetzt. Um uns herum stehen 6 bewaffnete Sicherheitskräfte.

20 Minuten später. Keine Sorge ich steh noch immer an der gleichen Stelle und genau so sicher. GG habe sie inzwischen zu einer Grenzpsychologin geführt. Für die war wohl nicht ganz koscher, dass wir von zwei verschiedenen Flughäfen aus anreisen. So muss GG das ganze Leben vor denen ausbreiten – von Kontonummer bis Körbchengröße. Grad überlege ich, ob das mehr Spaß verspricht als im Bus rumzustehen. Bin mir nicht sicher. 5 Minuten später fahren wir los. Noch immer ist das Teil halb leer. In mir keimt ein Verdacht…

Der Bus hält vor dem Flieger. Alle raffen ihr Zeuchs zusammen und Richtung Tür. Hier steiget die Bevölkerungsdichte rasant schnell. Nix. Dann ruft der Busfahrer »Dit dauat noch´n Moment« Fragende Blicke um mich herum. Ich übersetze und kann mir nicht verkneifen anzuhängen, dass es ja nur einer der vielen Momentchen des Frühen Vormittags und somit ein jeder sicher damit umzugehen gelernt habe. Daher keine weiteren Instruktionen. Verzweifelter Humor hat etwas total Verbindendes. Ich genieße das verhaltene Lächeln. In 2 Minuten ist take off. Ich stehe noch immer im Bus und betrachte das Stillleben da draußen. Es hat auch was Melancholisches. Diese voll ausgebildete wie motivierte Sicherheitskraft steht da wie das Duracell Häschen, dem der Saft ausgegangen. Absperrband flattert in der seichten Brise. Menschen im Bus. Starrer Blick. Hoffend. Dehnen wir es nicht unendlich aus. Tatsächlich kommen wir in die Luft…..

Ankommen in Tel Aviv. Erst einmal läuft alles wie gewohnt. Es sind gerade mehrere Maschinen aus Deutschland gelandet. Millionen strömen zur Passkontrolle. Hier ist totaler Stau und es geht nicht voran. plötzlich machen sie einen neuen Schalter auf. Ich bin dabei. Nur 8 Leute vor mir. Die ganze Zeit halte ich nach GG Ausschau. Als nur noch drei Leute vor mir sind, also 20 Minuten später, entdecke ich sie, wie sie sich grade in eine Schlange drängeln wollte. Passt ja alles vorzüglich. Wir erwarten mit Spannung die Israelische Art der Grenzerfahrung. Der Kontroletti fragt nach unseren Flugnummern und ist überrascht, dass wir verschiedene haben. Blöderweise haben wir keine Brille dabei und finden so unsere Papiere nicht. Nun wird‘s lustig. Der Kontrolleur bietet seine an, mit einem Lächeln. Daraufhin fällt jede weitere Befragung aus. Nun nur noch den Mietwagen abholen. Die haben hier eine Alarmanlage, welche wir erst mal durch falsche Codeeingabe auslösen. Etwas genervt suchen wir Hilfe. Dann durch total verbautes Land Richtung Süden.

Im stockfinsteren mitten im Nirgendwo geht ein dünner unbefestigter Weg rechts rein. Unser erster Stopp. Wir schlafen in der Röhre, in der Negev. (Tsavda Naod Farm) Ziegenduft umschmeichelt das Gelände.

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