Hammeren 🇩🇰

Bornholm

Sandvig: Am Morgen natürlich erst einmal runter an den Strand.

Keiner ist im Wasser und da gerade kein Wikinger in der Nähe wird wohl auch keiner ins Wasser gehen. Sprich, es sieht nicht gerade warm wie der indische Ozean aus.

Der Ort ist nicht sehr groß und obwohl in Fußnähe nicht unser Ziel.

Uns zieht es in die andere Richtung. Ein paar Meter der Küste folgend kommt man zum Hammer Odde Fyr. Mein dänisch ist nicht wirklich besser als mein französisch und doch würde ich, wenn ich sage es heißt alter Leuchtturm Hammer, sicher nicht ganz falsch liegen.  Immer mehr erschließt sich mir das hier Gelesene. Und irgendwie ist es auch lustig. Ohne da irgendeine Wertung in die dänische Sprache reininterpretieren zu wollen. Muss man ja heute immer dazu sagen.

Unsere Freunde haben einen Angelschein erworben und wollen nun auch dementsprechend sich betätigen. Ich und angeln, dass ich das noch mal erlebe. So lass ich mir mal einen Gummifisch an die Angel knüpfen und erklären, was ich zu machen hätt. Prinzipiell die eigentliche Handlung verstanden lasse ich das Fischchen fliegen. Langsam hole ich es ein. Das Einzige was ich als meinen Fang ausgeben kann, sind etliche Blätter Algen. Auch wenn ich den Gummifisch gefühlte tausend Mal ins Meer geworfen, zurück kam er immer alleine. Also ohne, dass was angebissen. Kalkulier ich nun die Anschaffungen und den Angelschein mit meinem Ertrag, so wäre es doch selbst im teuersten dänischen Restaurant günstiger. Doch darum scheint es nicht zu gehen.

Nach diesem Desaster möchte ich noch ein wenig meinen Körper bewegen. Nicht dass ihr denkt, angeln war von Anstrengung frei. Sicher so wie sie das bei uns an der Havel machen schon. Das hat auch eher den Zweck dem geliebten Diktator aus des Heimes Wänden zu entfleuchen, vermute ich oft. Ich wandere also alleine weiter bis zur Salomons Kapel. Das ist so ein Überbleibsel einer im 14 Jahrhundert gebauten Kapelle. War wohl der Erzbischof von Lund, der das in Auftrag gab und diente den Heringsfischern Abbitte zu leisten. Doch schon dreihundert Jahre später, ward all Hering abgefischt und die Kapelle verlassen. 🌍

Ein schmaler Weg führet den Hügel hinauf. Oben steht Hameren Fyr. Ich kreuze das Gelände und harre der Dinge die auf mich zukommen. Von hier aus habe ich keinen Plan.

In der Abendsonne leuchten Felsen. Diese anzuschauen lockt. Auch ein kleiner Tümpel reflektiert dieses Schauspiel. (Krystalsø) Noch ein paar Meter weiter komme ich zum Opalsø. Schon beeindruckend. Steile Granitwände fassen ihn ein. Natürlichen Ursprungs ist er allerdings nicht. Hier stehen wir auf dem Rim eines ehemaligen Steinbruchs.

Dreht man sich in die andere Richtung, kann man wieder die Hammerhus Burgruine sehen.  Auch diese wurde vom Lunder Erzbischof errichtet, weil sich die Dänen und Schwenden nie so richtig einig waren, wem denn diese Insel rechtmäßig zusteht. Die Lübecker Hanse spielte wohl auch noch mit. Verfallen ist sie allerdings dadurch, dass der letzte Lehnsmann einfach keine Kroner mehr hatte um die burgerhaltenden Handwerker zu entlohnen.

Viel Reserven haben wir nicht in unserer Busküche. So fahren wir in den Ort Allinge. An der alten Hafenstraße liegen ein paar nette Restaurants. Wir gehen erst einmal einkaufen und überlegen ob wir nicht einfach auf dem Parkplatz von Netto übernachten. Liegt direkt am Meer und versorgt wäre man auch. Ein paar Schweden haben schon eine Wagenburg errichtet und sich dem Genuss des Alkoholes zugewandt. Wird wohl hier, wenn auch teuer, doch für sie billiger sein. Wir gehen in ein Lokal und lassen uns ein paar Vorspeisen zu dem Preis eines Hauptgerichts servieren. Langsam wird es kälter und der Heizpilz ist mir zu weit weg. Na ja – ich hätt doch wohl eine Jacke mitnehmen sollen.  ;)

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