Auf nach Rio!

Brasilien [Rio de Janeiro]

Rio de Janeiro

Berlin: 13 Bordkarten

Joe: Die Sonne hatte gerade ihren Zenit über Achmedabad, da schlug ich die Augen auf und dachte:”Ach ich muss dann mal ins Bad”. Alle Gründe, die es zulassen, wieder zurück ins Bett zu gehen, können wir von vornherein ausschließen. Ja ich musste raus, denn Tegel wartet. Wer nun wiederum TXL kennt, wird wissen, dass sämtliche Ausreden, die man so in seiner Jugend erfunden hatte und auf die man so stolz war, hier kein Gehör finden. Bis du zu spät dann bist du zu spät. Es ist nicht gerade so, dass ich ein profunder Liebhaber des Fliegens bin. Ich bin nur gerne dort – und um dorthin zu kommen, fällt mir nichts Besseres ein.

Flugtickets
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Ich schau nach rechts. G.G. versucht gerade mit aller Macht die Augenlider entgegen der Schwerkraft zu bewegen. Ich sehe ihre stahlharte Entschlossenheit, nicht klein bei zu geben, obwohl der Treibstoff Koffein bei ihr schon ein kritisches Niveau erreicht hat, der es rein physisch gar nicht zulässt. Aber ich habe ein starkes Mädchen. Sie schafft es und lächelt mich an. Sicher zum Teil, weil sie mich sieht, und zum anderen, weil sie so stolz ist das unmögliche geschafft zu haben. Ich also unter die Dusche. Als ich gerade von dem warmen Wasser fast wieder in Trance versetzt worden bin, schrecke ich auf und beende diese Wohltat. Irgendwie waren wir uns nicht einig wie wir zum Flughafen kommen. Ich bin ja ein notorischer Taxi Verweigerer (” sind alles Schlitzohren”). In diesem Falle hatte ich mich aber damit arrangiert es zu benutzen. Interessanter weise schlug G.G. nun vor, mit dem Auto zum Bus zu fahren. Ok also doch nicht mit dem Taxi. Wir machen uns fertig und ich sehe den avisierten Bus schaffen wir nicht und gehe es etwas relaxter an. Normalerweise nehmen wir den letzten Bus und rennen noch zur Haltestelle. Diesmal sollte es anders sein. Der Bus kam irgendwann und verspätete sich immer mehr. In Tegel hatten wir natürlich das Gate was am entferntesten von der Haltestelle war. Gott sei Dank, alles beim Alten. Wir hetzten also mit unseren Rollkoffern über den Flughafen, sind die letzten, die einchecken und gerade so durch die obligatorische Sicherheitsmassage, mit unserem ganzen Krempel, als der letze Aufruf zum boarden kam. In der Maschine dümpelten wir dann noch ewig rum bis sie sich in Bewegung setzte. Na ja irgendwie hat sie es dann doch geschafft in die Luft zu kommen. Madrid wir kommen.
Ok gelandet in Madrid. Der Kapitän hat mit dem Flieger erst mal eine Rallye über den Flughafen gemacht. Ich hab noch nie Reifen quietschen hören, wenn ein Flieger um die Ecke fährt, aber hier war es wohl so. Angekommen im Terminal lasen wir die tolle Informationstafel: “25min zum Gate U”. Na toll, wir haben doch nur knapp über eine Stunde Zeit. Ok, also ein wenig Beeilung. Noch ein kurzer Abstecher zur Apotheke, Drogen kaufen (Reisetabletten), um die gefühlte Reisezeit zu verkürzen. Folgend noch ein längerer dutyfree-shopbesuch.
Was passierte dann? Wie immer sind wir am Gate, als sie schon fragen, ob noch Passagiere da sind.


Jetzt haben wir erfolgreich den Flieger geentert und auch schon ca. 50 Meilen geschafft. Das Chinesische Jahr des Pferdes ist nun vorüber und zum neuen Jahr haben wir 4mb wifi in dem Flieger erhalten. Toll! Ne mal im Ernst technisch ist der Flieger top.


Rio: Auf dem Flughafen mussten wir erst mal durch die Einreisekontrolle. Das heißt also stundenlang an schwitzende Leiber gedrückt in der Schlange stehen. Zugegebenermaßen waren einige von ihnen nicht unschön, aber mir stand nach dieser langen Zeit des Verharrens in einer Lage nicht danach.
Rausgeschmissen aus dem Abfertigungsgebäude in eine uns unbekannte Welt mussten wir feststellen, dass wir ein wenig überfordert sind. Die Warteschlange nach Taxis zog sich einmal um den Erdball, was uns dazu trieb, Alternativen zu suchen. Wir fanden einen Bus, der uns erst mal in die Stadt bringen wollte, wo wir dann leichter ein Taxi finden? Bis da so alle Leute eingecheckt hatten, sind sicherlich schon einige gestorben. Ok die Zeit läuft hier etwas anders und wir sind noch nicht angepasst. Es ging los. Gar nicht mal so schlecht. Als die Stadt dann näher kam, wäre ich mit laufen schneller gewesen. Wir machten dann noch alle erdenklichen Umwege, um an dubiosen Busbahnhöfen anzuhalten. Als wir gefühlt drei Mal um unseren Endpunkt gefahren waren, fragten wir den Fahrer erneut wo wir den umsteigen. Er hielt an und sagte:“hier„. Genau. Mitten in einer gottverlassenen Gegend, wo nur noch die menschlichen Reste der sicherlich glanzvollen Karnevalsparade zugegen waren. Wir rannten von einer Seite auf die Andere um ein Taxi anzuhalten, und auch noch dazu zu bewegen, dahin zu fahren, wo wir hin wollten. Ein gut englisch sprechender Einheimischer sah unsere Verzweiflung und ging mit uns ein paar Ecken weiter, wo er einem Taxifahrer sagte, was er zu tun hat. Dieser konnte erst sein Navi nicht dazu bringen, die Straße zu finden und als dies endlich geschafft war, konnte er nicht den Anweisungen folgen. Er gab sich große Mühe und dann hatten wir es nach drei Stunden endlich geschafft. Ausziehen und ins Bett. Mehr geht nicht.

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