Ipoh 🇲🇾

Sayong: Wir fahren die Autobahn entlang. Diese schlängelt sich durch die kleinen Hügel in der Gegend. Ich bin verwundert, wie natürlich und ohne die Einwirkung des Menschen, es um uns herum aussieht. Baumriesen, welche schon jahrhundertelang gen Himmel streben, behangen mit unzähligen Pflanzen und Moosen, wachsen ungehindert ungestört. Abgesehen von dem asphaltieren Band, was sich um sie herum schlängelt. Sicher werden sie sich im ersten Moment gewundert haben, was für merkwürdige Käfer sich da unten bewegen. Solange sie nicht an ihren Borken nagen, wird es ihnen gleich sein. Nur der fürchterliche Gestank, mag sie etwas irritieren. Bestimmt gewöhnt man sich an alles und so stehen sie unbeirrt dessen, was da so um sie herum passiert, wenn nicht grad das Geräusch der Kettensäge durchs Unterholz zieht.

Dann öffnet sich der Dschungel und gibt den Blick frei auf eine Ebene, welche anheimelnd gespickt mit wohl geformten, Felsenhügeln.  Mitten drin liegt die Stadt.

Angekommen in Ipoh fahren wir erst mal zu einigen Tempeln ( Sam Poh Tong ), welche in natürliche Höhlen im Karstgestein gebaut.  Wirklich beindruckend. 

 

Durch die Höhle kommt man in ein völlig mit Felsen umschlossenen Garten. Rundherum ragen die Felsen steil empor.

Mehrere Tempelanlagen ( Nam Thean Tong ) reihen sich um den ganzen Felsen. Im nächsten, nur ein paar Meter weiter, kann man in einem Teil der Höhle bis ganz nach oben steigen.

Ich wage mich an den Anstieg in diesem feuchtheißen Klima. Oben angekommen tropfet nicht nur das Wasser von der Decke, sondern auch von mir.

Weiter geht es auf die andere Seite des Felsen.

Den gewünschten Tempel verpassen wir auf Grund der falschen Beschilderung. Doch ein anderer offeriert seine stille Schönheit. So stellen wir unseren Wagen ab und durchschreiten ganz alleine die Anlage.

Im Garten naget der Zahn der Zeit. Mir gefällt es eigentlich so besser. Diese Patina, welche beweist, das ist hier kein Museum sondern wird einfach genutzt. Auch die scheuen Affen stoßen sich nicht an der einen oder anderen abblätternden Farbe.

Als wir zum Auto zurück wollen ist der Weg durch ein stabiles Tor gesperrt. Wir haben wohl bei jemandem auf dem Hof geparkt. Wir klingeln und erklären unser Missgeschick. Ein Lächeln und alles ist gut. Mitten in den angrenzenden See wurde ein Hochspannungsmast gesetzt, welcher nicht größer das Ambiente verschandeln könnte. Ich schüttel nur den Kopf.

Noch einmal ein wenig durch kleine Straßen und wir sind auf der anderen Seite dieses Sees. Der nächste Tempel ( Kek Lok Tong ). Wieder ist er in eine große Tropfsteinhöhle mit einem natürlichen Durchgang gebaut.

Oft finde ich es nicht so schön, wenn diese anmutigen natürlichen Orte verschandelt werden. Hier hat es etwas Ehrfürchtiges und scheint gelungen.

Wir wollen zu unserem Hotel, überlegen uns aber, doch erst in die Stadt zu fahren. So dauert es etwas länger, da wir sehr merkwürdig geleitet werden.

In der Stadt suchen wir einen Parkplatz und rubbeln unsere Parkkarte frei. ( es wird das Jahr der Tag und die Ankunftszeit gerubbelt und das Ganze hinter die Scheibe geklemmt) so dachten wir es richtig gemacht zu haben. Bei unserer Rückkehr haben wir allenthalben einen Strafzettel.

Wir ziehen erst einmal los Richtung Touristinformation. Ich merke gleich, lange halte ich das nicht durch. 

Bekannt ist der Ort durch ein paar Zeichnungen an Hauswänden. GG möchte diese aufsuchen zum Zwecke, sie fotografisch festzuhalten. Ich folge schweigend durch die Sonne. Die alte Stadt fordert förmlich zu dem Ipoh Heritage Walk.

Etwas fasziniert mich. Der morbide Charme zerfallener Häuser, welche schon von Bäumen bewachsen, heute aber von der Kunstszene in eine Art Artquartier verwandelt wurde.

Gleich nebenan in einem Lokal, welches sich offensichtlich dem westlichen Volk verschrieben hat, essen wir etwas und beobachten die Ragazze, welche sich entsprechend in Szene setzen.

Nachfolgen drängeln wir durch die Concurbinen-Gasse.

Für Kinder, welche auf Süßes stehen, ist es das Paradies.

Unser Hotel, welches sicherlich für jeden Tag gebucht, unseren finanziellen Rahmen sprengen würde, ist etwas außerhalb zwischen den Felsen.

Es ist den Gästen nicht zuzumuten, durch die weitläufige Anlage zu laufen. So werden wir mit einem Caddy gefahren.

Wir haben in unseren Außenbereich einen privaten Pool und Einen, welcher mit den Wassern der heißen Quelle geflutet. Ich denke so bei mir – angemessen!

Wir beginnen das Gelände zu untersuchen. Ich möchte wirklich nicht von meiner Villa am See abgeholt werden, bereite mich auf den langen Marsch vor und starte zu Fuß.

Als erstes erkunden wir die Dampfhöhle. Heißes Quellwasser fließt in kleinen Rinnsalen mitten hindurch. Bänke in Nischen, laden zum Verweilen. Wäre diese Höhle nahe Berlin, erschien mir dies ein idealer Ort, um über den Winter zu kommen. Hier mitten in Malaysia, macht das in der Höhle gefangene Klima nur einen marginalen Unterschied zum allseits Außerhöhligen.

Die nächste Höhle schmückt sich mit dem Beiwort Kristall. Sicher nicht an diesem Ort endemisch aber durchaus ansprechend arrangierte Kristalle in eines Sandstein Felsens Loch.

Die Höhle zu meditativen Zwecken ist über zwei Etagen und bietet genug Raum deinen Geist in Sphären schweifen zu lassen, welche du noch nie vorher gespüret, solltest du es wollen wie auch können. Ich begnüge mich damit ein glutorales Om in den Äther des Universums zu senden oder es an den Wänden reflektieren und im inneren kreisen zu lassen. Wer weiß das schon, wo es wird werden gehört und von wem.

Geerdeter, wenn man das so sagen kann mit Füßen im Wasser, ist die sehr kitzlige Hautmaniküre der Fische. Was für ein Gefühl, wenn sie sich knabbernd zwischen deinen Zehen bewegen. Irgendwie – tja – und doch ist es so, dass ein Fisch dir sehr nahe kommt, näher als jäh zuvor.

In Mitten des Ringes aller Villen ist der mit heißem Quellwasser gefüllte See. Baden ist »verboten« – wo ich doch in Asien eher »nicht empfohlen« vermutete. Am Rande des Sees sind kleine Becken mit 42° heißem Wasser. Du sitzt dann da drinnen, wirst auf kleiner Flamme gekocht und schaust den Vögeln zu, wie sie Nektar aus der Blüten Kelche trinken. Es gibt echt Schlimmeres.

Nun bin ich zart durchgegart wie ein echtes Texanisches Brontosaurussteak. Ein abschließendes Bad im Swimmingpool verlocket mich. Die Landschaft drum herum verscheucht jeglichen schlechten Gedanken, während du sanft durchs Wasser gleitest, wie auch die Zeit, bis zur heutigen Dunkelheit.

Auf der Terrasse sitzend, den georderten Salat essend, schauen wir auf den nun dunklen See und die ihn umrandenden Kalkfelsen. Vom Hotel bekommen wir eine Flasche roten Weines geschenkt, mit einer fadenscheinigen Begründung. Mir solls recht sein. Nachfolgend nur noch ein Bad im privaten hot Pool.

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