Wien ­č玭čç╣

Wir haben mal wieder eine kleine Reise vor uns. Heute haben wir nicht noch schnell etwas zu erledigen, wie sonst oft. Wir stehen relaxt an der Bushaltestelle und lassen auch die ruppige Fahrweise relativ emotionslos ├╝ber uns ergehen. In TXL wird uns einen andere Eingang empfohlen, welcher keine Schlange hat. Es gibt Pl├Ątze zum Warten direkt vor dem Gate, der Flieger ist nur zur H├Ąlfte gef├╝llt. Zwingt uns das schon in den Spirit der sprichw├Ârtlichen Wiener Gem├╝tlichkeit?

Wir haben ein wenig Versp├Ątung beim Start, aber ┬╗des passt scho┬ź, wir uns im Dialekt mitgeteilt. Wie bei jeder Fluglinie wirst du erst mal vom Piloten begr├╝├čt und dann von den Flugbegleiterinnen in jeder ihrer m├Ąchtigen Sprachen. Alle sind total erfreut uns hier an Bord zu sehen. Ich freu mich auch. Spannend erwarte ich die erste K├╝r. Beh├Ąnd wird der Showgurt ge├Âffnet und geschlossen, die neueste Seeabsturzmode mit all ihren Features vorgestellt und auch noch f├╝r Stickoxid freie Luft geworben. Ganz nett anzusehen die Performance. So halte ich meine Bewertungstafeltafel mit 5.6 hoch. Nun aber los!

Kaum haben die R├Ąder den letzten Millimeter Boden verloren, kommt wie bei jedem Flug die Ansage, dass du doch lieber auf deinem Platz angeschnallt rumh├Ąngen sollst. Klar zur Sicherheit. ;)  Der Wunsch die ganzen Individuen nicht bei dem Service im Gang zu haben, scheint mir offensichtlicher. So bin ich ├╝ber den Wolken und versuche, fest geortet auf meinem Sitz, nachzuvollziehen, wie das mit der Freiheit ├╝ber den Wolken so gemeint war. Kaum ein Ort schr├Ąnkt mich mehr ein, auch wenn ein Gro├čteil der Menschen auf diesem Planeten vieles geben w├╝rde, was sie nat├╝rlich nicht haben, um einmal mit mir tauschen zu k├Ânnen.

Nur eine Stunde des Fluges ist vorgesehen. Ziehen wir mal 15 Minuten f├╝r die Landung ab, 10 f├╝r den Start und dann noch die Zeit wo alle, die sich gerade eine Kaffee reingel├Âtet haben, zum Klo m├╝ssen, bleibt nicht viel Zeit f├╝r ein drei G├Ąnge Men├╝. So hetzten die Flugbegleiter*innen mit den kleinen, m├Ąchtig angeschlagenen W├Ągelchen durch den Gang und freuen sich, wenn sie die kleinen P├Ąckchen los sind. So h├Ârst du tausend Mal ┬╗Cracker or Biskuit?┬ź warum nun jeder der drei nebeneinander sitzenden Passagiere einzeln befragt werden muss, kann nur darauf zur├╝ckzuf├╝hren sein, dass jeder nur sich selbst sieht. Kaum ist die Servie├Âse in meiner Reihe und schaut in meine Richtung rufe ich ┬╗Cracker!┬ź Richtig gl├╝cklich habe ich sie damit anscheinend nicht gemacht. Ohne die Mimik zu ver├Ąndern zieht sie weiter, wie ein gesch├Ątzter Flie├čbandarbeiter. N├Ąchstes Mal lass ich mich auch wieder fragen, beschlie├če ich. Folgend kommt noch die Bar. H├Ârt sich anders an, ist aber genau der gleiche Stiel von einem Patina ├╝bers├Ąten beuligen Karren. Nur das hier ein paar Tetra-Packs drauf stehen. Nun fragt er jeden, was er denn so gerne trinken m├Âchte. Die, die die deutsche Sprachen nicht als Kinder aufsogen, fragen fragend ┬╗h├Ą?┬ź Mio Dio – was will der Kerl schon wollen, wenn er mit diesem W├Ągelchen vor dir steht? Anstatt einfach ┬╗tomato juice┬ź und eventuell ┬╗please┬ź zu sagen, muss erst mal die Frage auf Englisch wiederholt werden.

Kaum das vollst├Ąndige Menu auf dem Klapptischchen, kommt schon das n├Ąchste W├Ągelchen. Dieses wiederum startet leer um im Laufe der kurzen Fahrt mit all dem M├╝ll dieses kulinarischen Experiments gef├╝llt zu werden. Augenscheinlich hat die Damen noch lange nicht den Dreh raus ihn zu schieben ohne bei wirklich bei jeder Sitzreihe anzuecken. Schon greifen behandschuhte Finger nach meinen Resten. Erschrocken von der Leere vor mir ├╝berlege ich, was ich nun den Rest des Fluges machen k├Ânnt, als der Kapit├Ąn den Landeanflug verk├╝ndet. Auch wenn alle gebeten werden sich anzuschnallen, bekommen einige Panik in den n├Ąchsten 5 Minuten kein Klo aufsuchen zu k├Ânnen. So st├╝rmen sie geschlossen Richtung Klo um die Schlange ja nicht zu kurz werden zu lassen. Tja – so unterhalten verging dann dieser Flug sprichw├Ârtlich wie im Flug. Ich bedanke mich bei allen Mitwirkenden.

Kaum touren die Turbinen runter springen alle von den Sitzen, das deborden erwartend. Wer noch nicht oft geflogen wundert sich, da doch das Anschnallzeichen nicht erloschen. Nun durch den R├╝ssel. Ich steh und warte auf GG. Sie sa├č weiter hinten. Die hinteren Reihen werden mit einem Bus in die Haupthalle gefahren. Ich denk so bei mir, sie wird ja wohl nicht hinten raus gehen. Da hab ich wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Als keiner mehr kommt, schnappe ich all ihren Kruschtel und mache mich auf den langen Weg. In der Haupthalle treffen wir uns tats├Ąchlich wieder. Sie hat die Ansagen nicht verfolgt sondern ist wie ein Lemming einfach nur gefolgt. Leider nicht mir. Rundherum wird nun oft f├╝r den CAT geworben. So ein Direktzug nach Wien. Einfache Fahrt 17ÔéČ. Ich m├Âcht erst mal sehen, was die 3. Klasse der S-Bahn kostet. GG l├Ąsst sich ├╝berreden, nicht bei einem der vielen Verkaufsst├Ąnde f├╝r CAT ein Ticket zu kaufen. Am Bahnhof stehen vor den Kartenautomaten jeweils 2 Leute an. ├ťbersichtlich. Wir kaufen ein 72h Ticket includierend ganz Wien und der Flughafen f├╝r 25ÔéČ. Scheint gegen├╝ber dem CAT doch einen gewissen Preisvorteil zu bedeuten, zumal wir so nicht mal umsteigen m├╝ssen.

Lang dauert die Fahrt nicht. Ein kleinen Bissen zwischen die Kiemen w├Ąre nach diesem opulenten Flugzeugdinner keine grundverkehrte Idee. Gleich neben dem Hotel one ist ein kleines Restaurant namens zur gr├╝nen H├╝tte. Was Kleines, was den Bauch nicht so schwer macht. Wir bestellen Forelle mit Krenschlagoberst. F├╝r alle die nicht wissen was das sein k├Ânnt. Es ist Schlagsahne mit Meerrettich. Klingt ungew├Âhnlich und ist es auch. Wer hat schon mal nen Fisch mit Schlagsahne in Berlin geordert? Nun geht es weiter. Rechts von uns ist das Prater Gel├Ąnde und links architektonisch sehr unterschiedliche Bauten. Die UNI. Alle Gassen gerahmt von herbstgoldenen Ginkob├Ąumen.

Sehr markant f├╝r mich ist das rostige Geb├Ąude. Wer, nur wer kommt auf die Idee ein neues Geb├Ąude aussehen zu lassen wie ein ausgebrannten Reichsbahnwagon? Auch noch mit rostfarbenen Schallusien.  Immerhin wird nicht gefordert werden, das Ganze neu anzustreichen.

Auch wer nicht unbedingt auf moderne Architektur steht, kann einigen Blickpfaden sicher nicht ausweichen.

Wir fanden es beeindruckend.

Schon am Flughafen sah ich Bilder, welche eine Ausstellung (Pierre Bonnard) annoncieren. So war ich freudig ├╝berrascht, als ein Besuch im Raume stand. Ich bin dabei. Der Tenor sind Farben der Erinnerung. Was wird damit wohl gemeint sein?

Nun zu den Bildern. Ich sinniere und stelle fest, dass er wohl ein profunder Liebhaber von nackten Frauen in oder um die Badewanne ist. Es ist schon sehr auffallend, wie oft dieses Motiv dargestellt wird.

Erstaunt muss ich lesen, dass die Darstellerin dieser Kunstwerke immer seine Frau Marte ist. Nun gut, kann man ja machen. Im Geiste bewundere ich auch, dass ihm seine Frau offensichtlich so gut gefalle, dass er keine andere Muse brauche. Er hat diese Bilder ja nicht an einem Tag gemalt, auch wenn der Alterungsprozess seiner Angebeteten auf den Bildern nicht wirklich ersichtlich ist.

Ein weiteres viel gesehenes Motiv ist der Blick hinaus aus dem K├╝chenfenster.

Wenn ich mir daraus einen Reim machen m├╝sst, kommt schon der Gedanke in viel verbrachte Zeit an diesem Orte auf.

Beeindruckend fand ich auch seine unkonventionelle Art seiner Arbeit nachzugehen. Er zog nicht eine Leinwand auf einen Rahmen, bevor er begann. Vielmehr pinnt er das nackte Linnen mit Zwecken an die Wand, um dann frisch fr├Âhlich loszulegen. Zog es ihn an einen andern Platz, so rollte er das einfach ein und transportierte diese Rollen auf dem Dach seines Fahrzeuges. Nie malte er an nur einem Werk und nie zeichnete er etwas vor. Mit dem ersten Strich des Pinsels war noch alles offen. Je nach Gusto ver├Ąnderte er das so betrachtete.

Ja und dann lese ich das erste Zitat ÔÖŽDie Gegenwart des Objekts, des Motivs, empfinde ich als st├Ârend f├╝r den Maler im Moment des Malens.ÔÖŽ

Ich halte euch mal nicht so sehr damit auf, wie das meine Interpretation ver├Ąnderte. Folgendes Zitat modifizierte wiederum mein grad im Geist Geformtes. ÔÖŽDas Auge des Malers gibt die Dinge so wieder, wie sie das menschliche Auge sieht. Und diese Sicht ist mobil. Und diese Sicht ist variabel.ÔÖŽ Tja was sagt uns dieser Widerspruch? Folgend lese ich, dass Maid Marte so etwas wie Waschsucht hatte. Ok. Zusammengefasst ergibt das folgendes Bild. Seine Holde war ja sowieso die ganze Zeit im Bad. St├Ârte ihn somit nicht als zu malendes Objekt beim Malen und er hatte als K├╝nstler sowieso die Wahl sie so zu malen, wie er w├╝nschte sie w├Ąre. Er hatte auch keine andere Wahl. Unbeantwortet bleibt f├╝r mich da nur die Frage, was war das Prim├Ąre. So hilft auch dieser Nachmittag nicht bei der L├Âsung der Frage, welche schon Generationen besch├Ąftigte. Huhn oder Ei?

Schaust du auf dieses Bild frage ich euch, wie k├Ânnt es tituliert sein. Ich verrate es mal. Es hei├čt die Schale Milch. Gl├╝cklicherweise ward die sicher schon entschwunden, bevor er es nennen m├╝sst Ôł┤ zu K├Ąse geworden Ôł┤ Auch wenn der K├╝nstler wohl behauptete nichts vorzuzeichnen, finden wir etliche Design Skizzen zu diesem Thema. Ich versuchte den gemeinsamen Nenner dieser zu finden und fand ihn darin, sich durch Fehlen der Schale auszuzeichnen.

Hier waren wir uns sofort einig. Ich meine den K├╝nstler und ich. Der lila Zaun ÔÇô mehr ist eigentlich nicht dazu zu sagen. Bei allen Bildern ist der Fokus nicht so sehr ins kleinste Detail gesetzt. Die Linien sind nicht fein wie bei Mandala Malern.  Betrachtes du die Werke aus n├Ąchster N├Ąhe, haben sie einen ganz anderen Effekt als wenn du dich langsam davon entfernst.

Wir ziehen gem├Ąchlich in der licht├Ąrmer werdenden Kulisse gen Hotel.

Manche Ecke erinnert mich an andere Orte.

Manche h├Ątte ich so nicht hier erwartet.

Gen Abend ziehÔÇśn wir noch mal los. Gleich gegen├╝ber war das Rotlichtviertel. Heuer sind nur noch ein paar rot beleuchtete Fenster zu ersp├Ąhen, welche dem unbefriedigten Manne Freuden versprechen. Wie mir versichert wurde, werden es immer weniger Etablissements. Wir treffen uns in einer urt├╝mlichen Wiener Kneipe. Der Speisekarte war schnell ins Deutsche ├╝bersetzt, mit Hilfe der englischen Translation. Bissel merkw├╝rdig fand ich, dass ein einsamer Mann am Nachbartisch jedes unserer Worte belauschte und sich immer wieder unaufgefordert einbrachte. Andere L├Ąnder andere Sitten.


Gleich nach dem zeitlich ausgiebigen Fr├╝hst├╝ck (das Einzige die innere Balance st├Ârende war, dass sie uns fr├╝hzeitig unser benutztes Geschirr entwendeten und wir somit keine Wahl haben Unbenutztes zu nehmen. Wie soll man so den Planeten retten? ) trafen wir uns zu einem Spaziergang im Praterwald.

Herbstgekleidete B├Ąume bestimmen das Bild. Pl├Âtzlich ein merkw├╝rdiges Ger├Ąusch hinter mir.

Die Parkeisenbahn m├Ąandert ├╝ber die Wiese. Leider warÔÇśs nicht die Dampfbetriebene, aber immerhin.

Auf der Magistrale findet heute ein Lauf statt. Viele Schaulustige zieht es nicht an dessen Asphalts Rand. Wir bemerken es auch erst, als hinter uns einer vorbeischnauft.

Im Prater ist um diese Zeit noch nicht viel los. Einige unerschrockene, die noch vor dem Mittag ihren Magen in Schleudergang bringen m├Âchten, findet man allenthalben.

Mit der U-Bahn fahren wir in die Stadtmitte. Heute ist ein Nationalfeiertag.

Dessen zu Ehren ist auf dem Heldenplatz ein Heiden Spektakel. Ich bin ja nicht so ein Genie├čer der Ausstellung harten Eisens, welches nur den Zweck hat Leben zu nehmen. Bei solchen Veranstaltungen heben nun die V├Ąter ihre Kinder auf die Fahrzeuge und lassen sie an den Gewehren spielen. So eingef├╝hrt in die Welt der Erwachsenen, wird er niemals lernen, das es falsch ist. Auch so mancher Erwachsene erfreut sich daran, das Maschinengewehr ├╝ber die Massen zu schwenken und im Geiste die Macht zu sp├╝ren.

Auf dem freigehaltenen Bereich davor zeigen Soldaten was sie gelernt haben. Die Einen spielen sch├Ân auf und die Anderen mit dem Ball. Ich w├Ąre h├Âchst erfreut, wenn das allein ausreichen w├╝rde ├ľsterreich zu sch├╝tzen.

Was f├╝r ein toller Luftballonmix. Arielle, Leopard und Eurofighter. Der Traum meiner Kinder und all der Eltern, welche versuchen eine gewisse Sensibilit├Ąt f├╝r Probleme der Welt zu vermitteln.

Auch alle staatlichen Institutionen haben heute ge├Âffnet, im Gegensatz zu den vielen Gesch├Ąften und Restaurants.

Manche Dinge sind sicher nicht sehr einfach der Welt zu vermitteln, wenn man nicht mehr wei├č, was politisch korrekt ist und auch an sich keine Kritik zugelassen wird, die irgendwelche Diskussionen hervorrufen, welche wiederum etwas ├änderung bewirken k├Ânnten. Schaut man hier, ist dem aufmerksamen Beobachter wohl bewusst, dass Great Britain away from the Sun. (Noch 5 Tage in der EU) Auch f├╝r die europ├Ąische Werte sieht es d├╝ster aus. Grad hier in ├ľsterreich.

Wir tingeln Richtung Stephansdom durch Touristenstr├Âme welche nicht in Gesch├Ąfte gehen k├Ânnen und merken, wir suchen eigentlich etwas anderes heute.

Vorausschauend auf unser n├Ąchstes Treffen fahren wir Richtung Westen und landen in einer breiten unbev├Âlkerten Einkaufsstra├če. Ich finde es gar nicht so schlecht. Wart ihr jemals Sonntag fr├╝h um 7 in einer Haupteinkaufsstra├če. Das ist doch der einzige Moment, in dem man so etwas ann├Ąhernd genie├čen kann. GG sucht einen Ort, wo wir in der Herbstlichen Sonne nichts weiter tun als nichts. Zwischen diesen H├Ąusern finden wir nicht diesen Platz.

So gehen wir zu unserer Verabredung. Ein kleines Atelier mit einem Fenster halb im Dach. Hier also ist der Platz, den wir gesucht. Schon ist die Espresso Kanne auf dem Herd, der Milchschaum geschlagen und wir auf dem Dach im Hinterhof.

Essen gehen wir bei einem Vietnamesen. GG bestellt sich ein Gericht was der Kellner anscheint nicht bringen m├Âcht. Wir sind verwirrt. Sie fragt, ob es gut schmecken w├╝rde und er z├Âgert um dann zu sagen, es sei lecker. Um das aufzul├Âsen erkl├Ąr ich mal was es mit dem Gericht auf sich hat. Du bekommst ein gro├čen Teller mit Gem├╝se Rinderspie├čen Reisnudeln… Dazu ein rundes flaches Gitter und ein halb-volle Schale Wasser. In diese Tauchst du ein Reispapier welches du nachfolgend auf dem Gitter ausbreitest. Nun wird es belegt und zu einer Art Roulade gerollt. Das tunkst du noch in eine Sauce bevor es in deinem Mund verschwindet. Eigentlich nicht schwer aber wenn du es noch nie gemacht…


In der Nacht schenkten sie uns eine Stunde. Ich wei├č noch nicht, was ich damit anfangen soll. So liege ich im Bett und warte, dass diese Stunde vor├╝ber. Auch wenn es hei├čt, zu dieser Stunde w├Ąre es unangenehm im Fr├╝hst├╝cksraum versuche ich mein Gl├╝ck. Ein bequemes Tischchen ist frei. Ich lasse das erste Koffein auf mich wirken und warte. Die Leute rund herum sind auch noch nicht in dem Modus wo schnell irgendetwas gemacht werden muss. Es ist halt Sonntag. Drau├čen scheint die Sonne, dem Namen des Tages gerecht werdend. Normalerweise w├╝rde es mich hinaus ziehen. So viel wie m├Âglich drau├čen, so viel wie m├Âglich sehen. GG kommt, f├╝r mich startet der Tag.

Wir entschlie├čen uns der Kultur und der Stadt abzusagen bei diesem Altweibersommertag. Unser Ziel ist der Kahlenberg. Aus der U-Bahn raus steht er schon da, der Bus, welcher uns auf diesen bringen soll. Klar kann man auch hinauf gehen. Einige warnten uns vor des Weges Steile. Heut tun wir mal auf Urlaub. Oben angekommen zeigt sich die Stadt in einem Schleier.

In der Kirche eine Messe auf Polnisch. Ja die Ersatzarmee von 1683 hat hier erfolgreich die T├╝rken in die Schranken gewiesen. Stellt euch vor, dem w├Ąre nicht so. Seit unseren polnischen Nachbarn mal etwas dankbarer.

Rebh├Ąnge flankieren den Weg hinunter. Alle Winzer locken die Vorbeikommenden mit jungen Wein. Hier hei├čt er Sturm. Oh bitte nicht. Wer kann an solch einem Tag sich so was w├╝nschen. Wir lassen uns letztendlich ├╝berreden und ordern 2x Sturm. Ohne Alkohol ist dieser nicht auch wenn bei der Frage danach nur abgewinkt wird. Wir sitzen in der Sonne und lassen den Sturm langsam in uns, schauen auf herbstliche Rebst├Âcke hinunter auf die Donau. Neben uns nehmen zwei Kanadier aus Vancouver platz. Dort wo wir grad erst waren.

Wieder auf Flussniveau fahren wir mit der  Stra├čenbahn zum Karsplatz. Unser Ziel ist der Naschmarkt. Dieser ist heute unglaublicher Weise nicht bereit, auch nur einen Besucher zu bek├Âstigen.

So ziehen wir hungernd zwischen tausenden Besuchern an der Oper vorbei. Wir landen in einem kleinen Kaffee. Die Auswahl an Speisen ist ├╝bersichtlich. Bircher M├╝sli oder Ei Benedikt. Nun zur├╝ck ins Hotel.

Die einen fahren mit dem Riesenrad. Ich fahre mit der S-Bahn zum Flughafen. Kaum in der Luft auch schon wieder in Berlin.

Ach und einen gewissen Humor haben die doch schon. Wien interessiertÔÇÖs.

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