Te Anau – Milford Sound (29) 🇳🇿

Neuseeland Südinsel


Von Wanaka fahren wir Richtung Queenstown.

Bevor sich die Passstraße in vielen Serpentinen ins Tal schlängelt, hat man einen Blick ins Tal und den See.

Heute werden wir nicht in die Stadt fahren, sondern biegen kurz davor ab, dem Seeufer folgend.

Die Luftlinie nach Te Anau ist nicht sonderlich weit. Wir können leider nicht fliegen und sind so gezwungen, der Straße um den Berg zu folgen.
Unser Campingplatz (Te Anau Lakeview Kiwi Holiday Park) liegt genau am See und von unserem Zelt aus können wir diesen wie auch die angrenzenden Berge sehen. Für ausreichend Schatten sorgt eine schöne große Eiche. Ein paar Meter weiter ist eine Küche mit angeschlossenem Bad und Aufenthaltsraum, welche wir so gut wie alleine nutzen. Die meisten anderen Gäste benutzen die größeren Stationen. Uns ist es nur recht.

Gegen Abend steht eigentlich nur noch ein kleiner Spaziergang downtown an, bevor unsere Chargingparty (aufladen aller Geräte mit einem Adapter, bei einem Bier) beginnt. Erstaunlicherweise sind im Ort die Geschäfte bis um 20 Uhr geöffnet.


Es ist früh am Morgen und die lokalen Wetterstationen geben eine Wetterwarnung aus. Ich lasse mich davon nicht beeindrucken. Was soll schon passieren. Das Schlimmste wäre, die 120 km umsonst gefahren zu sein. Mit dem von mir eventuell etwas leichtfertig gegebenen Versprechen, es nicht regnen zu lassen, starten wir gegen 8:30 zu dem Wendepunkt unserer Reise. Noch ist es leicht bewölkt und man kann sogar der Sonne rund durch die Wolkenschicht erkennen, gegen Nachmittag besteht 95% Regenwahrscheinlichkeit, was mich dazu bringt, die zahlreichen Wanderungen unterwegs auf die Rückreise zu verlegen. Die Straße verläuft anfangs am Seeufer und folgt dann Kilometerweit dem Eglinton River. Einer der wenigen Flüsse, wie wir hörten, der zopfig zum Meere fließt. Da die Mirror Lakes direkt neben der Straße liegen, stoppen wir.

Ein Kara, welchen wir fotografieren beschießt plötzlich, unser Auto anzugreifen. Auf dem Schild nebenan steht • Karas sind sehr intelligent und friedlich • na, ich weiß nicht.

Die Hälfte der Strecke ist geschafft und es regnet immer noch nicht. Wir passieren Knobs Flat und einige weitere Seen. Am Homer Tunel angekommen stehen die Wolken schon sehr tief. Kaum durch den einspurigen Tunnel gekommen, öffnet sich der Blick auf ein tiefes Tal mit schroffen Wänden. Rundherum stürzen Rinnsale vom Felsen.

In Milford Sound fängt es an zu regnen, während wir versuchen, einen der wenigen Parkplätze in der Siedlung zu ergattern. Es ist uns nicht vergönnt und die Stimmung sinkt allmählich. Wir parken hinter der Landebahn und fahren mit dem Shuttle zum Fährterminal. In 5 Minuten fährt ein Schiff und während der 2 Minuten, in denen wir überlegen was wir machen, wird der Schalter geschlossen. Die nächste Fahrt ist uns zu teuer, weil auch noch ein Mahl inkludiert ist. Noch sehe ich nicht, was es bringen soll, in einen wolkenverhangenen Fjord zu fahren. Die Wahl wurde uns eh genommen. Im Nieselregen wollen wir zum Bowen Fall wandern. Unglücklicherweise ist der Weg wegen Steinschlag gesperrt. Als ich nun anfange, ein wenig zu zweifeln, heben sich die Wolken und gestatten uns einen mystischen Blick in den Fjord.

Der Regen stoppt und die Stimmung steigt. Umsonst sind wir jedenfalls nicht hier her gekommen und mehr sieht man vom Boot aus auch nicht.

Nur der Stirling Fall bleibt uns verborgen. Damit können wir leben. Wir unternehmen die kleine Wanderung um die Halbinsel mit tollen Blicken.
Dort werde ich von einem Vogel attackiert, als ich seine brütende Frau fotografieren wollte. Mio Dio – ist hier ‚die Vögel‘ gedreht worden?

Es fängt wieder an zu regnen und die Wolken versperren die Sicht. Das ist das Signal zum Aufbruch. Ich bin sehr dankbar für diese halbe Stunde schönes Wetter. Es ist einer der regenreichsten Orte des ganzen Universums und somit war das ein Kaiserwetter, schätze ich. Nun verlassen wir den entferntesten Ort dieser Reise und begeben uns mit jeder Etappe in Richtung zu Hause.
Kaum im Auto wird der Regen immer stärker. Die kleine Wanderung an der Slotcanyonartigen Schlucht, durch die sich ein stürmischer Bach drückt und die the Chasm genannt wird, beendet alle unsere Ideen für weitere Stopps auf dem Weg zurück. Der Regen füttert alle kleinen Kaskaden, welche die Hänge herabstürzen und so wird der Fjord zu einer der wasserfallsreichsten Gegend, die ich je gesehen habe.

Zurück in Te Anau scheint die Sonne. Soviel zum Thema Regen.

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