Stadshuset / Schloss / Fotografiska 🇸🇪

Schweden

Ich schaue aus dem Fenster. Die Sonne scheint. GegenĂĽber das alte Rathaus.
Ist das nicht ein Besuch wert? Allein deswegen, dass du dann diese Zeit drinnen bist. Also los. Es hat wirklich schöne Räume.

20130127 029 Stockholm Kungsholmen_Stadshus20130127 053 Stockholm Kungsholmen_StadshusWieder raus und zur Wachablösung am königlichen Schloss.  Also; die Truppe wurde geführt von einer Frau.

20130127 083 Stockholm Gamla_Stan_Tre_KronorIch habe nichts verstanden aber es war auch nicht notwendig. Es hätte keiner gewagt zu widersprechen. So was habe ich noch nicht gesehen. Fällt eindeutig in die Rubrik: Homepage: www.kommDuMirMalNachHauseFreundchen.de. Und zwar an erster Stelle!

Ok, meine kritische Draußenaufhaltzeit ist gekommen. Irgendein Museum. Egal welches. Ich bin dabei! (Hätte nie gedacht, dass aus meinem Munde zu hören.)
Die Wahl fällt auf das Fotografie Museum.

20130127 094 Stockholm FotografiskaSuper Idee. Davor draußen Anzustehen, erhöhte mein Verlangen reinzugehen. Tolle Fotografien.  Das hat sich echt gelohnt.

20130127 105 Stockholm Fotografiska20130127 112 Stockholm FotografiskaDie Zeit wird langsam knapp. Heute startet mein 18 Stunden Bahnfahrerlebnis.
Koffer packen und los.

20130127 135 Stockholm CentralstationDer Zug rollt langsam an. Er schiebt sich raus in die Dunkelheit. Die Kälte hat das Land gefangen im eisigen Mantel. Ich bin total aufgeregt. Sehr schnell sind wir raus aus der Stadt. Nur noch die unendliche Schwärze umgibt uns. Wir, in dieser kleinen geheizten Überlebenszelle.Es schaukelt ein wenig. Sonst nichts. Nichts zu sehen. Nichts zu tun. Nichts zu hören. Der Zug hällt in Uppsala. Danach wird es noch nichtziger.

Schlafenszeit ist gekommen. Wir klappen unsere Pritschen herunter. Ich werde nicht schlafen können. Der Zug hat fĂĽr diese Verhältnisse eine affenartige Geschwindigkeit. Eisbrocken, von der Lock aufgewirbelt, fliegen an unserem Fenster vorbei. Unser Wagon ist der Zweite. Die Eiszapfen an der Oberleitung bewirken einen ständigen Lichtbogen am Stromabnehmer. Schaust du aus dem Fenster ist die Umgebung von diesem sehr hellen kalten Licht, flackernd beleuchtet. Dann ist es fĂĽr 1,407sec absolut Dunkel. Der nächste Lichtbogen reiĂźt alles wieder in gleiĂźendes Licht. Ungelogen die ganze Fahrt! Zu diesem surrealen Anblick gesellt sich dieses zischend knackende hochenergetische Geräusch, was erzeugt wird von mehreren Kilovolt, einem kleinem Spalt im leitenden Material und ein paar Elektronen, die es einfach mal wissen wollen. Ich liege nun auf meiner Pritsche und schaue mir dieses Schauspiel an. Ist so ein wenig wie dieses Stroboskop Licht in der Disco. DrauĂźen tanzen die Bäume.  Moment mal – war das ein Elch? Mist, schon wieder Dunkel und 100 Meter weiter. Die Nacht zieht dahin. Ab und zu ist eine Laterne am Wege, die genauso schnell auftaucht wie sie verschwindet mit ihrem orangen Schein der vom Schnee reflektiert wird und die Schwärze auf ein paar Metern zu besiegen weiĂź. BahnĂĽbergänge kĂĽndigen sich durch das anschwellende Leuten ihrer Schellen an bevor das Geräusch wieder dumpfer und leiser, weit hinter uns, in der Nacht versiegt. Nach ein paar Stunden hält der Zug. DrauĂźen stehen zwei Lampen, die die Umgebung gedämpft erhellen. Dicke Flocken fallen lautlos. Alles ist ruhig. Stille, Ruhe, Frieden, Nix, Eingefroren, Zeitlos, ist das was mir einfällt, sollte ich gefragt werden was in meinem Kopf hätte vorgehen sollen, wenn die Umgebung ihn dazu angeregt hätte, dass in ihm etwas vorgeht. Ich sitze hier wie in einem Kino und schaue dem zu. Der Bahnsteig ist hoch bedeckt mit Schnee. Eigentlich nicht nur der. Eine einsame Spur fĂĽhrt durch den Schnee. Der einzige Fahrgast der hier ein bzw. ausgestiegen ist. Das Bahnhäuschen sieht aus wie eine BlockhĂĽtte. Weitere Besiedlung ist nicht zu erkennen. Nur verschneiter Wald in alle Richtungen. Und wir. Ein Warnlicht geht hinter dem Bahnhofsgebäude an. Ein Schneepflug startet den Motor und fährt mit lautem Getöse los. Er schlägt eine Schneise in den jungfräulichen Schnee. Der Schnee fliegt ungestĂĽm durch die Luft nach rechts und links. Ich habe gar nicht gesehen, dass hier irgendwo eine StraĂźe ist. Ein Wagen folgt. Wohl von dem Reisenden, der hier irgendwo sein zu Hause hat. Die Kolonne verschwindet langsam im Wald. Der Schein der Scheinwerfer wird vom Dunkel des Waldes assimiliert. ZurĂĽck bleibt ein stiller Ort im Wald. Zwei Laternen und ein Zug.

Wir verschwinden.

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