Ponta do Sol 🇵🇹

Madeira


Der erste Tag. Etwas zu essen haben wir immer noch nicht im Kühlschrank. Auch kein Kaffee. So kann ein Tag gar nicht beginnen. Erst einmal gehen wir ein paar Meter die Straße entlang zum nächsten Restaurant. Das hier ist definitiv nicht für Touristen angelegt. Hier treffen sich die Einheimischen.

Der Parkplatz, wenn man die kleine Verbreiterung der dünnen Straße überhaupt so benennen kann, ist voll. Keiner schließt hier seine Karre ab. Weiß ja eh jeder wem sie gehört. Es wird ausgestiegen und die Rumstehenden gegrüßt. Ich verstehe ja nicht wirklich portugiesisch, doch ich meine, weltbewegende Themen sind hier außen vor. Man kommt hier einfach her um den Tag mit einem Kaffee zu beginnen. Da nimmt sich keiner wahnsinnig wichtig, aber es wird auch keiner vergessen.  Irgendwie mag ich es sofort. Klar ist es dörflich und die Speiseauswahl ist rudimentär, doch das Ambiente von Sehen und Gesehen werden ist schön. Bei uns da tun sie immer alle so beschäftigt, wälzen vermeidlich wichtige Themen, lästern über die Politik oder Andersdenkende und vergessen dabei die wirklich wichtigen Dinge, welche das Leben angenehmer gestalten.

Wir wählen Kaffee mit Milch – groß. Klar ist die Tasse größer als das, was bei allen anderen auf dem Tisch steht. Doch Groß, würde ich in unseren Breiten anders vermuten. Ein wenig Gebäck haben sie auch.

Was als Nächstes? Erst einmal die Straße, weiter zum nächsten Supermarkt. Wir werden in Ribeira Brava fündig. Da hier am Ufer keine kostenfreien Parkplätze zur Verfügung stehen, fahren wir weiter. Erst einmal muss man wieder durch einen Tunnel. In Lagoa do Lugar de Baixo kommt die Straße aus dem Felsen und führt mitten durch den Ort. 🌍

Wir stoppen und gehen ein wenig den steinigen Strand entlang. Weiter geht es durch den nächsten Tunnel nach Ponta do Sol.

Glücklicherweise kennen wir uns ein wenig aus und parken in dem alten Tunnel.

Viel ist hier momentan auch nicht los.  Das Hotel an der Strandpromenade hat geschlossen. Vereinzelt streifen ein paar Leute durch die Gassen. 🌍

Ich gehe am Rande des Strandes zu einem kleinen Wasserfall.

 Tatsächlich ist einer im Wasser. Ich habe mir in Berlin überhaupt nicht vorstellen können ins Wasser zu gehen, doch wo ich jetzt hier bin, überdenke ich das. Folgend gehen wir noch auf die Cais.

Das ist so ein Felsen, welcher südlich ins Meer ragt. Angler versuchen dem Feuchten etwas abzuringen.

Zurück am Auto überwältig mich meine Neugier. Ich sehe das Ende des Tunnels und weiß nicht, wie es dort aussieht.  Also los.

Kurz nach dem Tunnel stoppen wir. Neben der Straße ist ein kleiner Bach, welcher sich todesmutig die Felsen herunterstürzt. Kleine Gamben laden zum Baden, doch das schein nur ich so zu sehen.  Wir beschließen dem Trail ein wenig zu folgen.

Anfangs führt eine kleine Brücke über den Bach. Dann, ein paar Meter weiter durch eine Art Bogen durch den Fels. Neben dem Weg geht es steil hinab. Nirgends auch nur ein Anzeichen eines Geländers. An manchen Stellen ragt der Fels weit über den Weg und du musst dich an seiner Rauheit entlang schubbern.

Bald endet dieser Weg und geht in der Straße auf. Viel Verkehr ist nicht. Rechts hohe Felsen, Links, zum Meer hin, Bananenplantagen. Mitten auf der Straße endet der Wasserfall Dos Angos. Die wenigen Autos, welche hier lang fahren, genießen die Dusche. Es scheint mir eher so, dass die wenigen Fahrzeuge extra wegen dem Wasserfall hier sind.

Wir kommen in den Flecken Anjos. Am Anfang dachte ich, dass es irgendwann sich so verdichten würde, dass man das den Ortskern nennen würde. Doch mitnichten. In der Straßenkurve hoffe ich immer noch und noch führt die Straße leicht zum Meer. Ein kleiner Hafen mit einem Kaffee und dem Kolonialwarenladen, halt der Ort wo man sich trifft, wäre da vortrefflich aufgehoben.

Doch als ich dann in Gänze den Strand erblicke, ist da nur die große Zweisamkeit. Das Meer und die Steine. Für des Mannes Herz Entschädigung stehen noch dekorativ ein paar Bagger im Ensemble. 🌍

Ich begebe mich in dieses Meer aus Steinen an deren steilem End ein Wasserfall mich lockt.

GG dekoriert sich in der Installation.

Von hier aus würde die Straße im Tunnel weiter verlaufen. Das scheint nicht das Angenehmste zu Fuß. So kehren wir um.

Eine Kapelle liegt mitten im Palmenhain. Die Vorhalle ist voll Resten Bananenbaummäßigen Ursprungs. Hier wurde wohl schon lange ein Messer anstelle der Messe gehalten, um die Nabelschnur der Bananenstauden zu durchtrennen. Das ganze irgendwo im fernen Asien verortet, Übrigbleibsel der Kolonisation und Bekehrung, würde für mich abgestimmter erscheinen.

Wir begeben uns langsam zurück in unser Quartier, denn um 6 müssen wir zu Hause sein.

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