Nouméa – Prony – Goro – Yate – Noumea 🇳🇨

Neukaledonien

Nouméa: Wir wissen nicht so richtig,  was wir nun machen. Die Organisation stellt sich nicht so einfach heraus, wie wir dachten. Gegen Mittag möchten wir erst mal was von der Insel sehen und fahren gegen Süden. Europäische Verhältnisse gewohnt, fahren wir einfach los. Kaum bist du 20 Kilometer weg von Noumea wird es einsam.

Unser erstes Ziel ist ein kleiner Ort welcher einen schönen Strand haben soll. (Plum, Plage de Carcassone)

Der Strand an sich ist ja nicht schlecht. Wir hatten jedoch etwas anderes erwartet. Der dunkle Sand wird im Wasser etwas aufgewirbelt und so scheint es eher grau als türkis. Ursprünglich hatten wir geplant, etwas zu essen zu erstehen, mussten aber feststellen, dass es hier nichts gibt.

Weiter Richtung Süden. Die Landschaft ändert sich gewaltig. Bunte Erden, wohin du auch schaust. Dahinter das Meer.

Die asphaltierte Straße endet plötzlich.

Eine einspurige Brücke führt über den Fluss. Soll das wirklich die Hauptstraße sein? Es geht tatsächlich weiter. Immer schmaler wird die Straße. Nur noch streckenweise ist Asphalt vorhanden.

Wir fahren auf bunter Erde. Flüsse überquert man in Furten. An der Abzweigung nach Prony ist nun endgültig Schluss mit Asphalt. Kurvig schlängelt sich die Straße bergauf und bergab.

Prony war früher eine Strafgefangenenbergbausiedlung. Heute so etwas wie ein Museumsdorf. Komischerweise ist es noch sehr bewohnt. Also an die 3 Familien. Hier können allerdings nur Leute wohnen, die keinen Kontakt mit der Zivilisation wünschen.
Ein paar Kilometer weiter an der Baie de Somme ist der Strand vom Orte. Auch hier kein glasklares Wasser. Bunte Erden aufgewirbelt färben das Meer.

Wir steigen trotzdem rein und versuchen wenigstens ein Wasserlebewesen aufzuspüren. Vergebens. Angenehme Temperatur entschädigt ein wenig.
Die wenigen Kilometer, die wir gefahren, gehen ganz schön in die Zeit. Gegessen haben wir auch noch nichts seit dem morgendlichen Joghurt. Trotzdem entscheiden wir uns, weiter zu fahren, in der Hoffnung, in den Orten an der Südküste etwas zu bekommen. Auf dem Col de Port Boise hat man schon mal eine schöne Aussicht. Hier ist es so einsam, dass ein jeder Autofahrer dich grüßt. Ja man kennt sich. Folgend passieren wir die Usine Vale NC Minengesteinsaufbereitung. Ein hässliches Ambiente hier im Nichts. Bis hier war die Straße so einigermaßen bis schlecht. Nun besteht sie aus Löchern mit minimalem Asphalt herum. Da ist eigentlich besser, den Asphalt ganz weg zu lassen. Wir schleichen durch die Krater und um sie herum. Mir wird ganz bange bei dem Gedanken, es könnte so die nächsten 30km weiter gehen.
Den Weg rüber zu Point de vue des Armers brechen wir auf halber Strecke ab.

Der Tag schreitet schneller voran als wir Kilometer hinter uns bringen können.

Angekommen an der Küste ist die Straße schmal, aber besser. Steile Felsen ragen auf und nur ein kleiner Uferstreifen ist übrig, für ein wenig Wald und die Straße. Wir kommen, oder wir streifen den Ort Goro und Saint Gabriel. Orte ist etwas übertrieben, wenn du dir das im europäischen Sinne vorstellst. Diese Siedlungen stammen aus der prevoiture Zeit und haben sich nur dahingehend geändert, das der Wanderpfad vom Orte weg nun eine Straße ist. Die Ortsstruktur zeichnet sich durch wahllos in der Gegend verstreute Häuser, mit ein wenig gerodeter Fläche drumherum aus. Es gibt keine Straßen. Wir finden auch kein Ortszentrum, wo der Fleischer, der Bäcker und der Schuhmacher sein Geschäft betreibt. Die Behausungen sind oft Wellblechbaracken und auch vereinzelt Steinhäuser. Eins der größten Hobbys scheint es zu sein, Autowracks zu sammeln. Die männliche Dorfjugend sucht die weibliche außerhalb auf. Wobei ich nicht wirklich feststellen kann, bin ich im Ort oder draußen. Also hungernd weiter hoffend auf den größten Ort der Umgebung. Der Ort Yate begrüßt uns mit ausgebrannten Autowracks und wenn du da nicht bremst, bist du auch schon wieder raus. Wieder kein Platz, um etwas zum Essen zu finden. Hier kannst du offensichtlich nur Yate Tee trinken, wenn du dir die Blätter selber pflückst und mit ein wenig Wasser aus deinem Kühler aufgießt.

Nach dem Ort geht die gut ausgebaute Straße steil den Berg hoch und schon bald hat man einen tollen Blick auf den Lac de Yate.

Dieser ist mitnichten natürlichen Ursprungs. Heute etwas wenig gefüllt, ergibt ein seltsames Bild.


Nahe der Hauptstadt in La Coulee halten wir neben einem Supermarkt. Ein kleiner Imbiss stillt unseren Hunger wie auch unser Verlangen nach Internet. Schau ich mich um, sind hier nur Einheimische. So soll es sein. Zu den Urneukaledoniern muss ich sagen, sie sind sehr freundlich und haben immer ein Lächeln für dich übrig.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*