Nordwest Madeira 🇵🇹

Am Morgen schaue ich aus dem Fenster und sehe – nein, nicht das Meer. Flauschige Wolken kuscheln es noch sanft ein. Ich hatte gar nicht gewusst, dass es sich nachts auch zudeckt. Langsam schiebt sich das wattige Zeugs den Berg hinauf. Also wandern – ist nur ohne Sicht möglich. Das mag ja gegen den Schwindel helfen, wenn du da am Abgrund balancierst, doch wenn du den Abgrund gar nicht siehst, kann es sein, dass du in ihm landest. Wir versuchen einfach mal die andere Seite der Insel.

So fahren wir quer über die Insel. Dieses Mal auf dem direkten Weg. In São Vicente wäre sicherlich viel los, wäre da nicht dieses kleine Virus, was die Welt in Atem hält. Die vielen kleinen Restaurants an der Strandpromenade zeugen mit ihrer Leere der sonstigen Touristen Fülle.

Welchem wir uns heute am meisten widmen werden, ist dieses große blaue Ding. Wieder einmal. Ich kann nicht behaupten, dass ich wüßte, was hier ordentlicher Wellengang ist. Sagen wir mal so. Die Wellen sind nicht sehr hoch und doch möchte ich hier nicht hinein. Die vielen rundgeschliffenen Steine erfreuen sich um so mehr. Jauchzend springen sie in der schäumenden Gischt. Meine Knochen dazwischen wäre schon etwas aufreibend.

Schaust du in die andere Richtung, folgt dein Blick dem die Insel schneidenden Tal. Ein klitzekleiner Rundweg, welcher mit Höhlen und Grotten beschildert, führt über diese Brücke, einem ca 20 Meter langen Stück am Fels entlang und endet am Meer. Das ist wohl für all diejenigen gedacht, die dem Wandern und erkunden der Insel per Fuß nicht so sehr frönen. Also als Ausrede daheim für die Fragenden.

Oben vom Felsen schaut man bis nach Seixal. Dazu kommen wir später –  oder sollte ich sagen – dahin?

Parallel zu der getunnelten Straße verläuft hier die alte Straße, angeschmiegt an den Fels. Immer wieder weisen Schilder darauf hin. Wir sind ein wenig verwundert, warum. Meistens steht im letzten Moment  doch noch ein Hütchen mitten auf der Straße, welches ein Weiterfahren verhindert. Auch frage ich mich, wie jemals hier zwei Autos aneinander vorbei kamen. Auf dem Bild siehst du ein Stück, welches sicher lange nicht befahren, weil  ein Wasserfall ein gehöriges Stück davon dem Meer etwas näher brachte. So bin ich in diesem Fall völlig d’accord mit der Sperrung.

Unser Patron erzählte uns neulich, dass es einmal eine erhöhte Verunfallung auf Madeira gab. Meistens englische Ehepaare, welche mit einer Lebensversicherung ihres Angetrauten zu ihren eigenen Gunsten, auf einer Levadatour sich final wie wohlversorgt aller Eheprobleme entledigten. Beim Anblick dieses Schildes fiel mir unsere abgrundtiefe Tour wieder ein. Klar ist, wenn einer verloren gehen solle, ist Madeira sicher nicht der falsche Ort. Noch sind wir erst bei Version 1.2. Mal sehen was das nächste Upgrade auf get.lost 1.3 wird bringen.

In Seixal geben sich so einige dem Baden hin. Wir überlegen und entscheiden uns dann doch für einen Cappuccino. Nicht wirklich riesig und doch schon ein wenig, werde ich es noch bereuen werden, nicht baden gegangen zu sein.

Ribeira da Janela beherbergt den einzig uns bekannten Campingplatz der Insel. Dieser ist in dem Tal, welches der Fluss geschaffen.

Draußen im Meer stehen Felsen spitz und schroff und geben sich der Verspieltheit der unzähligen Wassertropfen hin.

Porto Monitz bedeutet sicher nicht nur bei uns den End- oder Kehrpunkt des Ausfluges. Der Ort beherbergt so manche Möglichkeit zum Baden.

Zum Einen sind es die Natural Swimming Pools. Wie immer, wenn ich hier – das hört sich so an, als ob ich wär hier öfter – bin ich auch, wenn zweimal zählt – sind hier so hohe Wellen, dass das Bad geschlossen.,

Wie leicht es wäre, seinen Partner vom Schwimmbadrand weggespült zu sehen. [ Ich vermute das Upgrade auf get.lost 1.3 bedingt eine ständige Öffnung dieses Bades. Sollte ich das Startup informieren? ]

Die andere Möglichkeit zu schwimmen sind die Piscinas Naturais do Aquário. Zwischen den Felsen kannst du schwimmen, solltest du  dieses in dem gerade mal 16°C warmen Wasser wünschen.  Eine weitere Möglichkeit ist das Aquarium an sich. Sie bieten darin echt Tauchtouren an. Das hat ja schon etwas.

Doch du bist hier nicht allein!

Zurück nehmen wir die kurvige Straße von Ribeira da Janela über Fanal. Die Lagune dort, berandet von uralten Bäumen, beschlagsahnt durch Wolken.

Runter vom Hochplateau nehmen wir die Straße hinunter nach Calheta. Ich sag mal so. Steil hinab und nicht der Autos Bremsen Freund.  Und wenn du denkst, nun bist du unten, belehrt  dich die Straße, es geht noch viel weiter runter. Nie hätt ich gedacht mich eines waagerechten Tunnels zu sehnen.

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