Wie gestaltet sich nun die Reise. Immer, wenn man irgendwo hinkommen möchte und die Anfahrt nicht schon ein Teil des Ziels darstellt, wird sie als notwendiges Übel angesehen.
1. Anfahrt zum Flughafen
Wir fahren am Vortage mit der Bahn Richtung Mannheim. Es kann sein, dass die Auswahl an Vorschlägen von gültigen Zügen zum Flug etwas unübersichtlich dargestellt wurde. Als ich dann bis Frankfurt und einen Folgezug nach Mannheim gebucht hatte, stand auf dem Ticket, dass ich auch jeden beliebigen Zug hätte nehmen können und die Eingaben im Prinzip nur die Strecke und den Tag festlegen. Toll! Jetzt habe ich zwei einzelne Tickets, habe mehr bezahlt und die Umsteigezeit ist knapp.
Es kommt genau nach Statistik. Allerdings habe ich noch nie die Ansage in einem Sprinter ICE gehört, dass sie langsamer fahren müssen, weil ein wichtiger Güterzug vorauseilt. OK, von Eile kann keine Rede sein. Ich schaue in die Bahn-App. Hinter diesem Güterzug sind alle ICE aufgereiht wie an einer Perlenkette. Unser Anschlusszug fährt genau hinter uns. Klar, was in Frankfurt passieren muss. Wir sind noch beim Fahren in den vordersten Wagon gelaufen und sprinten, wahrscheinlich schneller als das namensgebende Objekt, dem wir gerade entfleuchen, mit dem Öffnen der Türen 6 Bahnsteige weiter. Dort sind alle Türen schon verschlossen und die Schaffnerin wollte gerade pfeifen, als sie uns angehetzt auf den Bahnsteig biegen sah. Sie sagte nur »Schnell hier rein, wenn ihr mitwollt!« Puh, geschafft. Wir nehmen den ersten freien Platz – das Kinderparadies. Am nächsten Tag dann zum Airport. Der Zug kam in dem Zeitfenster, welches die Bahn als pünktlich bezeichnet. Wir hatten reichlich Zeit, das Gate zu erreichen. Als Reisender verdingt man sich ja immer mehr am Flughafen. Deine Bordkarte musst du dir selber besorgen und auch den Koffer labeln und aufgeben, wie auch das Vorführen deines Kruschtels im Handgepäck. Bin gespannt, wann wir den Bodycheck gegenseitig auszuführen haben. Das war wieder ein unkoordiniertes Durcheinander. Bei einer Schlange war keine weibliche Kraft und so wurden Pärchen und Frauen ständig an neue Schlangen geschickt. Ich weiß nicht, ob meine Frage, »können sie nicht einfach eine Schlange für Frauen und eine für Männer machen?« dazu führte, dass sie die Frauenschlange ganz zumachten. Eine gewisse Gereiztheit zog durch die Darsteller dieser schwarzen Komödie. Dazu noch die Tatsache, dass der Flug von Gate Gruppe B losfliegt, die Koffer aber bei C abgegeben werden müssen. Na egal, das verstehe, wer will. Wir gönnen uns erst mal ein Bier und eine Tafel Ritter Sport für je 6€.
2. Fliegen
Um in den Genuss von mehr Beinfreiheit zu gelangen, haben wir uns einen Sitz reserviert, genau am Exit. Dafür durften wir 99.90€ berappen. Jeder! Nun sitzen wir hier und sie sagen ständig durch, dass noch Plätze in der Economy+ und Business frei sind. Die Pässe müssen auch noch mal von allen Passagieren einzeln eingelesen werden. Ist ja erst das dritte Mal, dass ich das mache. Wir nehmen unseren Platz ein und schon geht es los. Über die Flugbegleiter kann man gemischter Auffassung sein. Sie haben ihren Job gemacht. Essenstechnisch erinnerte die Ausgabe aber eher an die einer Gefängniskantine. Dir wurde das grad Mikrowellierte einfach auf den Tisch geknallt, sofern du ihn geöffnet hattest. Sonst war der Flug ruhig – ’ne Frau als Kapitän – einparken konnte sie! Etwas ungünstig, aber auch ökonomisch verständlich, flogen wir erst nach Sansibar und im gleichen Flieger weiter nach Mombasa. Das bedingt aber, dass alle Gäste, die in Sansibar raus müssen, aussteigen, die Verbliebenen gezählt und die Zugehörigkeit eines jeden Gepäckstückes zweifelsfrei einem dieser zugeordnet werden kann. Das dauert! In Mombasa angekommen, werden wieder alle aus dem Flieger geschmissen. Wir wollten ja. Doch dann müssen die Leute sortiert werden und man muss die Einreisekontrolle hinter sich bringen. Das ging auch nicht fix.
Hinzu kommt das Klima.
3. Anreise zum Hotel
Jetzt kommt der Teil, welcher mich wirklich schaffte. Zum Hotel sind es ca. 80km die Hauptstraße nach Norden. Den Fahrer gefragt, wie lange es dauern würde, wurden mir 2 1/2 Stunden genannt. Da kommt ein Schnitt von 32km/h raus. Erst einmal geht es durch Mombasa. Der Kleinbus ist überhitzt, die Fenster offen, die Luft benzin- und staubgeschwängert. Der Verkehr ist katastrophal. Jeder fährt hier, wo er will. Die Straße ist unterschiedlich breit. Manchmal sind es mehrere parallel nebeneinanderliegende Straßen. Keine Ahnung, wie festgelegt wurde, welche Spur welcher Straße zu benutzen sei. Ab und zu auch ein paar Flecken Asphalt. Überholt wird eigentlich immer und überall. Der Gegenverkehr muss halt irgendwie ausweichen, auch wenn er dabei durch den Vorgarten donnert. Dann wird noch links und rechts abgebogen. Blinken – keine Spur davon. Einfach das Lenkrad rüberreißen und Augen zu. Stellst du hier neben der Straße dein Auto für fünf Minuten ab, musst du vorm Weiterfahren erst mal mit dem Swiffer über die Scheibe, sonst siehst du nichts.
Dann stehen in diesem Staub noch Obstverkäufer und es hängt Wäsche zum Trocknen. Das ist mit meinem Verständnis einfach nicht in Einklang zu bringen. Vielleicht hängt es an der Übermüdung oder dem Mangel an Sauerstoff.
Am Hotel angekommen steige ich in Panik aus dem Wagen. Könnte sein, dass ich dieses Teilstück noch 3 mal fahren muss.
Das Hotel ist ganz schick. Es sind mehrerer kleine Häuschen mit jeweils 4 Einheiten. In der Mitte ein Swimmingpool, vorne das Meer.
Die Sonnen gibt alles. Der weiße Sand reflektiert und – ja mein Körper ist darauf garnicht eingestellt. Es ist schon toll den ungemütlichen Wintertagen Deutschlands entkommen zu können doch das hier muss ich langsam angehen.





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