Kenia – Zum Lake Elmenteita 🇰🇪(5)


Amboseli-NP: Was steht heute auf dem Programm? Eigentlich ist es der Tag, an welchem wir mehr oder weniger nur fahren. Unser nächstes Quartier ist am Lake Elmenteita, 350 km entfernt. 🌍 Ganz klar ist unserer Gruppe nicht, warum wir dorthin fahren. Manchmal auf meinen privat organisierten Reisen sind plötzlich Vorschläge von den Reisebüros enthalten, welche ich nicht auf meiner zu organisierenden Wunschliste hatte. Oft sind diese „Überraschung-Stopps“ wirklich toll. Hier war es nicht von uns arrangiert, sondern so im Paket und ich lass mich überraschen.

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Da wir heute voraussichtlich nur fahren werden, möchte ich euch ein paar Eindrücke von rechts und links der Straße geben. Eigentlich sollten wir mitten durch Nairobi fahren. Als unser Fahrer alle unsere langen Gesichter sah, ob des zu erwartenden Staus, machte er den Vorschlag in der Agentur anzurufen und uns ein Lunchpaket an die Umgehungsstraße zu bringen. Wir atmen erleichtert auf.

Oftmals sieht man Gruppen an der Straße rumlungern. Entweder die warten auf eine Art Transport oder hoffen, dass jemand vorbeikommt, welcher ein paar fleißige Hände braucht. Welche Art von Arbeit – egal -hauptsache es bring ein paar Schilling.

Oder sie warten auf jemanden, der etwas kauft. Manchmal stehen sie auch an Kreuzungen, wo sich der Verkehr staut und bieten allerhand feil.

Diese gelben Tonnen dienen unseres Erachtens als Wasserbehälter. Wir sahen sie sehr oft auf unterschiedlichsten Gefährten.

Ja und wenn irgendetwas verreckt steht es an der Straße. Ob als Ersatzteilspender oder nur als Kulisse…

 

Wir sahen bis zu 5 Leuten auf einem Moped. Wird hier eine Mitnahme verhandelt?

Manchmal geht es durch wuselige Straßen in den Kleinstädten. Eigentlich immer mittendurch.

Ob dieses Werbeversprechen eingelöst wird?

Viel Obst und Gemüseverkäufer*innen. Ständig die Sehnsucht eines haltenden Fahrzeuges im Gesicht.

Kinderspielzeug sieht auch anders aus, als das, was man in den europäischen Kinderzimmern so findet. Ein Bruchteil unseres Sammelsurium dort könnte die Kinder eines ganzen Landes glücklich machen.

Etwas zu transportieren gibt es immer. Das Moped ist die Wahl Nummer eins.

Wir erreichen den großen afrikanischen Graben! Hier reißt Afrika auseinander. Aber keine Angst – wir kommen noch zurück, bevor es passiert.

Manch ein Outfit am Straßenrand verwundert. Gehört das so hier her?

 

 

Wir machen eine Toilettenpause an einem Supermarkt. Der ist total westlich, schick und aufgeräumt. Der totale Gegensatz zum Rest des Landes.

So sehen die üblichen Verkaufsstände aus.

Das ist ein Beispiel eines oft zu findenden Reifenservice. Zwei kräftige Hände, einen Montierhebel und einen Kompressor. Mehr braucht es nicht. Ich weiß nur nicht, ob die dort liegenden alten Schlappen aufgezogen werden.

Kurz war mal ein Stau und so konnten wir Kinder bei ihrem Spiel beobachten. Es reicht ein alter Bürostuhl mit Rädern, auf welchem sich die Kinder abwechselnd hin und her schoben.

 

Wieder sehnsüchtiges Warten.

Worauf diese beiden warten, erschließt sich mir nicht. Doch Zeit ist hier eine andere Ware als in Europa. Obwohl sie aufgrund ihrer wesentlich geringeren Lebenserwartung weniger davon haben, wird damit doch sehr großzügig umgegangen. Sicherlich sind die fehlenden Möglichkeiten ein Grund dafür.

Kurz vor unserer Unterkunft kommen wir an einer Kirche vorbei. Es geht offensichtlich auch kleiner und ohne Gotik.

Da ist nun der See Elmenteita.

Wir erreichen unser heutiges Quartier, den Sentrim Elementaita Resort.

 

Im Internet finde ich folgendes: Im Becken des Elementaita-Sees befindet sich eine der ältesten archäologischen Stätten aus der Oldowan-Periode mit Steinwerkzeugen aus der Zeit vor 700.000 Jahren, die in Kariandusi gefunden wurden. Die Obsidianminen in den Eburru-Bergen sind ein Beweis für den Obsidianhandel vor über 3000 Jahren. Später wurde die Region von neolithischen Hirten besiedelt, später von der Hirtengemeinschaft der Massai, die sie „Elementaita“ nannten. Während der kolonialen Besetzung wurde das gesamte Gebiet zwischen Elementaita und Naivasha von Lord Delamere übernommen und für Vieh- und Wildtierzucht genutzt.

Das Gebiet um den Elementaita-See wurde 1999 zu einem wichtigen Vogelschutzgebiet (Important Bird Area - IBA) erklärt, einem Gebiet von globaler Bedeutung für den Schutz von Vögeln und der biologischen Vielfalt. Im Jahr 2005 wurde der See zum Ramsar-Gebiet (Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung) erklärt. Im Jahr 2010 wurde er als nationales Wildtierschutzgebiet ausgewiesen.

Lake Elementaita Wildlife Sanctuary

Wir streifen ein wenig durch das Gelände des Resorts. Viele Gäste sind nicht da und doch wartet jeder des Personals darauf, deine Wünsche zu erfüllen. Wir wissen nicht, was wir hier machen sollen. Dort ist der See, ein, zwei Vögel und hinten ein paar Berge. Mit diesen Gedanken komme ich langsam zur Ruhe. Eine Antwort werde ich nicht finden.

Morgens liegt Nebel über dem See, einsam fliegt ein Vogel, die Sonne taucht alles in oranges Licht. Wir verlassen diesen Ort leise, wie wir gekommen sind.

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