Kenia – die letzten Tage 🇰🇪(7)


Masai Mara:  Die Safari ist nun vorbei. Wir müssen noch zurück zur Küste. 

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In Nairobi fahren wir direkt an dem Slum vorbei. Auch wenn in Kenia der Reichtum auf den ersten Blick nicht auffällt, da alles eher rudimentär anmutet, gibt es offensichtlich auch große Unterschiede in der Verteilung. Schon erbärmlich, dass die Menschheit das nicht hinbekommt, für jeden ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Die Mittel und die Ressourcen wären da. Doch besteht darin offensichtlich kein allgemeines Interesse.

Wir werden in ein teures Restaurant gekarrt. (The Carnivore Restaurant) Hier ist das Motto – Fleisch – groß angeschrieben. Ein riesiger Grill mit vielen Spießen. Darauf Fleisch, natürlich, vom Rind, Lamm, Krokodil, Schwein…

Ständig kommen die Kellner mit einem solcher Spieße an deinem Tisch vorbei, platzieren die Spitze auf deinem Teller und fragen, ob du davon ein Stück haben möchtest. Beim Bejahen deinerseits schneiden sie ein Stück ab. Wenn alle am Tisch genug haben, stellst du eine kleine Fahne mitten auf den Tisch und sie ignorieren dich. Das war schon eine Menge, was da vorbeigetragen wurde. Für mich – zu viel Fleisch. Auch in Anbetracht der Gegend, welche wir gerade durchquerten, ist dieser Überfluss zu hinterfragen.

Nu gut, jeder wie er will. Das Restaurant war aufgrund eines anderen Vorfalls bei mir unten durch. Neben unserem Tisch brach plötzlich eine Kellnerin zusammen. Sie fiel einfach um. Wir sind natürlich sofort aufgesprungen und ihr zu Hilfe geeilt. In Seitenlage gebracht, Kopf auf meine Knie, geschaut nach dem Puls und der Atmung und sie gestreichelt und versichert, dass Hilfe kommen wird. Es kommen die anderen Kellner völlig relaxt an, lächeln und sagen: »No problem, she’s OK.« Das war mir zu viel. Ich sagte sehr erzürnt: »She’s not OK! Do you think, she’s taking a siesta here?« Folgend haben die Angestellten sie gepackt und wie ein Stück Vieh weggetragen. Ich war durch, über so viel Respektlosigkeit gegenüber einem Menschen, der Hilfe braucht und bewusstlos ist. Beim Herausgehen haben wir nachgefragt. Sie hat niedrigen Blutdruck. Immerhin haben sie sie ins Krankenhaus gefahren.

Nun geht’s zum Flughafen. Von da nach Mombasa und folgend wieder mit einem ausgelutschten Fahrzeug durch Abgas- und Staubschwaden in Mombasas Vororten.

Wieder in Kilifi Beach angekommen, lassen wir die letzten Tage entspannt angehen. Wir beobachten die Chamäleons in den Büschen, essen sicher zu viel, schwimmen im Meer…

An einem Abend machen wir einen Spaziergang am Strand entlang. Mittags ist es nicht möglich – die Sonne! Viele Einheimische am Strand. Oft sehr herausgeputzt und oft mit einem Lächeln im Gesicht. Ich hab mal ein wenig aus der Hüfte fotografiert.

  Manche beschäftigen sich mit Krafttraining. Als ich da vorbeikam, haben sie mich aufgefordert es auch zu tun. Die waren alle halb so alt wie ich und alle habe es nicht geschafft diesen Reifen über den Strand zu ziehen. Immerhin habe ich es geschafft, ihn ein paar Zentimeter zu bewegen. Leicht war es nicht.

Eine größere Gruppe stand im Kreis und Musik lief. Ich wollte schauen, was da so läuft. Jeder, der wollte, konnte seine Tanzkünste vortragen und die Umstehenden feuerten an. Sehr ausgelassene Stimmung.

Vor unserer Beach-Bar lungern immer irgendwelche Leute herum. Sie sind nicht sonderlich aufdringlich. Wollen halt nur etwas verkaufen. Handwerkskunst, Muscheln, Tücher oder Ausflüge. Eine Frau, welche vor der Safari Tücher verkauft hatte, war nicht mehr da. Auf unsere Nachfrage teilten sie uns mit, dass sie verstorben ist. Bluthochdruck. In Europa würde dieser Umstand für die meisten nicht zu solchem Ergebnis führen. Hier jedoch hat keiner Geld für Medizin oder einen Arztbesuch. Dahin geht man erst, wenn es wirklich schlimm um einen steht – oder wie in diesem Fall gar nicht mehr. Nur mal so an diejenigen, welche denken, in Deutschland ginge es uns schlecht. / Wir buchen bei einem ein Fischerboot, das uns zum Riff hinausfährt. Das Boot ist ein einfacher Kahn – besitzmäßig auf 70 Leute verteilt. 

Wir schnorcheln ein wenig herum. Übermäßig viele Fische sieht man nicht.

Problematisch ist das ins Boot kommen. Eine Leiter gibt es nicht und sie helfen dir rein. Ich fühl mich dabei wie ein Sack Kartoffeln am Hamburger Hafen.

Um den Tag mit etwas Sinnvollem zu füllen, wobei das auch fraglich ist, lernten wir ein wenig Suaheli.


So vergingen die Tage. Zum Abschied verschenken wir alles an Kosmetika, was wir übrig haben und ein paar abgetragene Kleidungsstücke an die Leute am Strand. Diese haben sich sehr gefreut. Eine letzte Fahrt mit dem Kleinbus zum Airport. Dieses Mal haben wir ein besseres Fahrzeug verlangt. Damit war es erträglich.

Am Airport Eingang, gleich neben der Schranke, stand dieses Schild. Das besagt schon einiges. Also, wir kommen gerade aus einer Zone, wo das nicht der Fall ist.

Am Flughafen, alles relaxt. Das Bodenpersonal hatte Weihnachtsmannmützen auf. Ja – es ist Heiligabend.

Nun sollte das Boarding beginnen. Doch plötzlich fangen sie an zu singen. So etwas habe ich noch nie auf einem Flughafen erlebt. Es war sehr unterhaltsam. 

Der Flug war unspektakulär. In Frankfurt hatten wir noch 10 Minuten zum Zug. Wir rennen über den Flughafen, um dann 30 Minuten auf dem Bahnsteig in der Kälte zu stehen. In Deutschland – alles beim Alten. 

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