Ich flieg nicht mehr so auf Fliegen 🇨🇷

Costa Rica


Wieder einmal planen wir. GG ist ja nicht so richtig Berlinwinterwetter tauglich. So soll es in die Wärme gehen. Corona ist bei der Planung schon ziemlich vergessen. Oder sagen wir mal, man hat sich daran gewöhnt. Hoch sind die Zahlen auch nicht. Doch dieses Mal machen wir es nicht auf unsere gewöhnliche Art und Weise. Also einen Flieger buchen und dann mal sehen was so geht. Dieses Mal haben wir es uns zusammenstellen lassen von einem Reisebüro. Kaum war das geklärt, wurde der Flug gestrichen. Toll! So buchten wir diesen selbstständig. Was noch ging, bzw. flog, startet um 6:00 vom BER. Das ist nun gar nicht unsere Zeit. Tegel wäre ja noch ok – doch Schönefeld. Kaum eine Woche ins Land gestrichen erhöhten sich die Inzidenzen. Wird es klappen? Wir schauen erst einmal, was nun so notwendig. Ein- und Ausreiseformulare, Krankenversicherungen Testergebnisse – hoffentlich haben wir alles. In Sachsen sind jetzt Zahlen über 1500. Wir wissen immer noch nicht, wie es weiter geht. Ein wenig verleidet Corona schon das Reisen. BER forderte nach einem Chaos in den Herbstferien, 4 Stunden vor Abflug da zu sein. Das geht ja schon mal gar nicht. Wie sehne ich mich nach den guten alten Zeiten, wo Reisen noch angenehm. Irgendwas ging immer und meistens ging es gut. Doch jetzt? Wenn irgendwas schief läuft, bist du raus.

Lassen wir die Überlegungen – starten wir! Es ist noch am Vortage und ich weiß, dass ich um 2:30 aufstehen muss. Wieso also erst schlafen gehen? So dümpel ich die halbe Nacht auf dem Sofa – kurz unter die Dusche und runter in die Eiseskälte. In 30 Minuten sind wir bei dem Parkplatz nahe Schönefeld. Hier kann man seine Karosse für 75$ für 3 Wochen abstellen. Habe ich auch noch nicht so gemacht. Doch um 3:00 fährt bei uns noch kein Bus. Taxi kostet 55-70 $. Da ist es schon billiger, wenn du die Karre einfach am Flughafen parkst. Wir sollen uns sputen, der Shuttle fährt gleich. Also schnell die Koffer aus dem Wagen und diesen geparkt. Ich renne fast zurück. Der Shuttle wartet. Auf was? Immer noch! Hmm. Nach 15min geht’s los. Die zugesicherte Transportzeit ist trotz des nicht vorhandenen Verkehrs fast doppelt so lange.

Wir kommen in den Flughafen. Kurz vor 4:00. Dieses Bautechnische Wunderwerk des Jahrhunderts. Alles was man falsch machen könnte, wurde falsch gemacht. Typisch deutsch halt. Wenn dann richtig. Also auch richtig falsch. Ich freu mich ob der Menschenlosigkeit dieses neuen Airports mit dem Look von vorgestern. Das wird ein Vergnügen ohne anzustehen. Ganz hinten ist der Bereich von Air France und KLM. Hier sind Menschen. Die Einzigen im ganzen Gebäude. Schön in einer Schlange. Es sind nicht wenige aber für einen Flughafen nicht wirklich viel. Das Problem ist, es geht nicht vorwärts. Na ja die 4 Counter checken die Ausweise, die Corona Impfungen und gegebenenfalls die Tests und dann die Einreiseanmeldung jedes Passagiers für das jeweilige Land. Kann schon etwas dauern bis ein Jeder die Unterlagen so aus den Untiefen seines Gepäcks gegraben oder es auf seinem Handy gefunden. Nach 45 Minuten haben wir es geschafft. Also den Koffer abgegeben. Eingecheckt waren wir ja schon. Wir gehen weiter zum Sicherheitscheck. Das geht auch nur schleppend vorwärts. Mal ehrlich, wir brauchen fast die zwei Stunden. Ich vermisse Tegel. Da ging noch was, wenn du nur eine halbe Stunde vorher da. GG mahnt – ich solle nicht vergangenem nachtrauern. Easy Flying ist vorbei.

Zurück in den Flieger. Total leer. Klar um diese Zeit. Nach einer Stunde geht es schon wieder runter. Wir schauen an die große Abflugstafel und nur ein Flieger ist rot markiert. Ihr braucht nicht drei Mal raten. Vor dem Start schon 30 Minuten Verspätung. Schräg gegenüber fliegt etwas nach Singapur. Noch kein Passagier in Sicht. Wir okkupieren zwei Liegen und schlafen. Ich wach auf und mir ist kalt. Das ist nicht mein Bett. Irgendwas klappert hier ständig hin und her. GG wacht auf und wir ziehen noch mal los für einen Kaffee.

Es geht los. Einsteigen. GG will nicht in der Mitte sitzen. Alle Plätze sind belegt. Die Sitze sind unbequem und eng. Ich sitz nun hier und frage mich, bin ich älter geworden oder hat sich das Reisen geändert. Angefangen hat es ja mit den königlichen Postkutschen. Klar gab’s noch irgendwelche Streifzüge vorher, aber ich muss ja einen Referenz-Punkt bestimmen. Es war schon a weng beschwerlich. Das Geholpere der Kutsche – Pferdewechsel und die ständigen Überfälle. Man strebte an, es den Reisenden angenehmer zu machen. Das Fliegen war auch so eine Idee. Die Passagiere wurden freundlich empfangen und es wurde mit diesen kleinen Sonderleistungen geworben. Immer mehr Menschen wurden davon angezogen. Immer mehr Flieger in der Luft. Doch dann kippte das irgendwie. Es wurden immer mehr vormals inkludierte Leistungen gestrichen.

Die Koffer für die Kabine immer kleiner. Das Menü schrumpfte zu einem halb aufgetauten lapprigen Brötchen. Und du als Mensch wurdest wie Schlachtvieh durch diese überbordenden Kontrollen getrieben. Machst du den Mund auf » I’ m so sorry – ich kann da nix machen « bekommst du immer als Antwort. Ja alles nur dem Preise willen. OK, wer das möchte, kann das so machen. Wir wollten etwas anders behandelt werden und blieben bei etablierten Fluglinien. Doch auch hier das gleiche Spiel. Nun steigen die Preise wieder, aber die Leistungen sind auf dem Niveau geblieben. Fliegen hat ja nicht wirklich Spaß gemacht. Es war halt praktisch. Schnell da und unkompliziert. Dichte Flugfolge, Tegel um die Ecke. Mist ich häng schon wieder an früher.

Jetzt mal was Gutes. Es sind keine 10 000Km mehr bis Costa Rica.

Wir sind angekommen. Irgendwann verlor man irgendwie die Zeit. Es ging nicht voran, obwohl man hier lang düste. Millimeter um Millimeter kommen wir dem Ziel näher. Nun endlich Bodenkontakt. Ich mache erst einmal einen Länderpunkt.

Die Kontrolle ist nicht wahnsinnig aufwendig. Du zeigst deinen Pass und dein Einreiseformular. Am Koffer-Karussell ist es auch wie immer. Man steht da und hofft. Doch meistens vergebens. So siehst du die ganzen Koffer und die Leute an dir vorbeiziehen. Wenn man schon fast am Aufgeben ist, kommt dann doch dein Koffer.

Jetzt erst einmal den Shuttle zum Hotel finden. Es ist warm. Wir noch halb in Winterkleidung. So tingeln wir den Weg auf und ab und finden das Shuttle nicht, wie auch wir nicht gefunden werden. Es klappte doch noch. Nur eine kurze Fahrt zum Hotel La Riviera.

Begrüßt werden wir durch eine Allee aus Blumen. Da kommt man gar nicht so gut durch. Hab ich meine Machete vergessen?

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