Foz do Iguaçu, drei Länder 🇧🇷 🇵🇾 🇦🇷

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Foz do Iguaçu Fall

9 Bordkarten

Joe: Das wird ein aufregender Tag mit einigen Höhepunkten. Fangen wir mit dem Morgen an.
Wir zur Bushaltestelle und rein in den Bus. Wie ich schon erwähnte, ist da in der Mitte ein Drehkreuz. Man kann vor diesem bleiben, aber da man nicht vorne aussteigen darf, muss man spätestens kurz vor der Station, an welcher man den Bus verlässt, durch dieses sein. Ich sage, dass ich bezahle und sie lässt GG durch. 100real sind jetzt nicht so viel. Wechselgeld hat sie aber nicht. Ich drehe alle meine Taschen um und krame zusammen, was ich noch finde. Ein Freundschaftspreis für GG ist drin. Ich wähnte mich in diesem Bus sterben, da ich weder weiter rein noch raus konnte. Mein mitleidserregender Blick bewirkte dann wohl, das ich von der brasilianischen Busfahrtsgesellschaft eingeladen wurde, einen free ride zu machen. An der Endstation angekommen, ließ mich der Fahrer durch die Intervention der Kontrolleurin vorne aussteigen. Es ist fünf vor neun. Perfekt.
Um neun macht der Park auf, und vor uns stehen nur 100 Leute. Alles gut organisiert. Durch den Park wird man mit einem Bus gefahren. Langweilig, aber die Spannung steigt. Durch die Bäume sieht man schon ein wenig von dem Fall. Dann der erste Ausblick – scheißen gei… Da siehst du gar kein Ende. Überall wo du hin schaust, fällt Wasser. Regenbögen en masse.

Foz do Iguacu(BR)

Ich war so beeindruckt das ich nicht merkte, wie – nennen wir die Viecher, Frechdachse – meinen zwischen den Beinen abgestellten Rucksack plünderten, um uns unser täglich Brot zu rauben. Todesmutig habe ich mich auf sie gestürzt um ihnen den Rucksack zu entreissen. Einen kleinen Sieg hatten sie doch. 4 kleine Joghurts blieben die Ihren. Hoffentlich haben sie die Verpackung ordentlich entsorgt.

-20150225 017 Foz_do_Iguacu(BR) Fall_Frechdachs
Wir sind dann weiter am Rim entlang. Ganz nah an dem Fall kann man auf einem Steg zwischen den beiden Wasserfall-Stufen entlang.

Die verkaufen dort solche Regenmäntel. Habe ich natürlich ignoriert und mich noch innerlich lustig gemacht. Das Ende vom Lied: Du wirst total nass! Eigentlich bist du nur damit beschäftigt, die Linse deiner Kamera einigermaßen vor der Gischt zu schützen. Es werden im Tagesverlauf noch 38°C und somit ist es nicht wirklich schlimm. Ein bisschen hat es was von einem Wet-T-Shirt Contest. Die prinzipielle Stimmung, trotz des Durchweichens, ist jedenfalls sehr positiv.

Nach diesem großen Staunen mussten wir immer noch den 100R$ Schein tauschen für den Bus, was sich als nicht so ganz einfach herausstellte. Keiner wollte ihn haben. Im Bus war dann wieder die gleiche Kontrolleurin. Ein herzliches Wiedersehen. Wir wollten unsere Schuld begleichen, was aber auf keinen Fall ging.


Nun hatten wir die fixe Idee – Paraguay. Ist ja genau auf der anderen Seite des Flusses. Wir schlugen uns mit örtlichen Bussen zur Brücke durch.

Dort wollten wir uns ordnungsgemäß abmelden, platzten aber stattdessen bei der Highwaypatrol rein. Der sagte uns: »Jo, wenn ihr nur mal shoppen wollt, geht einfach rüber und zeigt nicht eure Pässe. Sonst wird es zu kompliziert«. Wir befolgten seinen Rat und überquerten den Fluss. Ganz schön hoch die Brücke und bei laufendem Verkehr wird da die Fahrbahn gefräst. Alles vibrierte. Unangenehm.

Paraguay. GG. dachte eigentlich, dass dort ein paar Indios auf selbstgehäkelten Ponchos sitzen und Panflöten verkaufen, umsäumt von Lamas, die diese Fracht aus den Bergen an diesen Ort brachten. Weit gefehlt. Das Erste, was du siehst sind große – nein riesige – LED Werbetafeln.

Ciudad del Este(Pa)
Ciudad del Este(Pa)

Darunter ein total wuselnder Verkehr. Auf dem Mittelstreifen Planen, unter deren Händler ihre Wahren feil boten. Auf sämtlichen Freiflächen lag irgendwelcher Unrat herum und freilaufende Tiere versuchten ihrem kläglichen Leben ein Ende zu bereiten, indem sie dort etwas zu essen suchten.

Ciudad_del_Este(Pa)Rechts und links etwas runtergekommene hohe Häuser. Vor denen Zeltplanen. Eigentlich eine fast geschlossene Decke. Darunter verkaufen sie alle fast das gleiche. Gefälschte Uhren, Brille, Schlüppers, T-Shirts…Hinter diesen Reihen sind die eigentlichen Geschäfte. Du musst dich also zwischen der Unterwäsche und dem Hähnchenverkäufer durchwursteln, um in ein hochteures Warenhaus zu kommen. Da drinnen ist alles in US$ ausgepreist und teuer. Der totale Kontrast. Ich fühlte mich zurück in Indien. Da durchzulaufen ist schon ein totales Abenteuer. Ein wenig fordernd ist es schon, weil du bei dem Gewusel immer aufpassen musst, dass nicht plötzlich jemand anders mit deinen Schuhen davon läuft. Wir machten uns auf den Weg zurück. Tauschten noch ein wenig Geld in paraguayisches, für die Münzsammlung. Das ging nur in einer Wechselstube. Rausgeld bekommst du hier nur in der Währung, in der du bezahlst.

Ciudad_del_Este(Pa)Total ausgelaugt bei 38°C torkelten wir durch die Straßen, um des Busses Haltestelle gewahr zu werden. Endlich am Hostel angekommen, klaubten wir unsere Habseligkeiten zusammen und riefen ein Taxi. Ich bin ja noch nie mit dem Taxi durch ne Art Passkontrolle ‘drive tru’ gefahren. Alles sehr unkompliziert. Der Taxifahrer erhielt seinen Lohn und düste schnellstmöglich zurück.


Argentinien: Wir waren vor dem falschen Hotel. 

Die Straßen hier sind eher rudimentär gepflastert. Im Pleistozän gepflastert und so gut wie gar nicht gewartet.

Puerto Iguazú Fray Luis Beltran
Puerto Iguazú Fray Luis Beltran

Stellt euch einen roten Sandweg vor, etwas lehmig, in dem vereinzelt Pflastersteine schwimmen. Wir da also mit den Rollkoffern darüber gepflügt. Ich geh ja da so ran, dass ich es schnell hinter mir habe. Also Augen zu und durch. Wirklich, hinter mir war jemand anderes. Sie nahm diesen landwirtschaftlichen Subotnik-Einsatz nicht so locker.
Das Hotel hatte genau wie die Straße die beste Zeit hinter sich. Die Leute waren echt nett und bemüht. Der Verfall ist aber überall zu sehen. Das Land war mal sehr reich und stolz. Heute geht alles offensichtlich schneller den Bach runter als das Wasser, was wir heute sahen. Echt schade.

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