Erfurt 🇩🇪

Wir stehen vor der großen Frage des Ziels unseres diesjährigen Sommerurlaubes. In Berlin kocht die Luft. An der See soll großer Andrang herrschen. Also in die Alpen. Noch nicht mal auf dem Weg und wir hören von Orten, welche von Touristen förmlich überrannt. So stehen wir wieder da wie vor der ganzen Überlegung. Wo nun ist die Gegend schön und doch nicht mit vielen Touristen zu rechnen? Mir fallen da sofort die Vogesen ein. So ist der Plan geändert und wir fahren in die Richtung. Mal sehen wie weit wir kommen.

Ein paar Freunde machen gerade eine Motoradtour durch Deutschland. Wir erfahren, dass sie gerade in Erfurt seien. Also flugs auf ein Bier verabredet.

Erst einmal kurven wir durch enge Baustellen in den eh schon engen Gassen der Altstadt. Ist irgendwie nicht ganz meins. Endlich auf dem Parkplatz marschieren wir zurück zu der Krämerbrücke. Ich merk gerade, von Erfurt kenn ich wohl nur den Bahnhof.

So eine Brücke mit Häusern bebaut, findet man in Deutschland nur noch selten. Eine richtige weitgehende Stadterkundung streben wir nicht an. Wir wollen eine Kleinigkeit essen und ein wenig quatschen.

So sitzen wir bei einem Bierchen, als dann der Himmel sich öffnet. Sturzbäche gehen rechts und links an unserem Sonnenschirm herab. Wir eng gedrängt in der Mitte.

Wirklich lange dauert das Schauspiel nicht, so kommen wir trockenen Fußes zu unserem Bus. Wo nun übernachten. Erst einmal probieren wir einen Platz im Außenbezirk. Das gefällt mir nicht. So lese ich von einem Parkplatz mitten in des Waldes Dunkelheit welcher bewachet von einem netten Förster, der durchaus erlaubet zu stehen über Nacht, wenn alles wird verlassen, wie es ward vorgefunden. Wieder fängt es an ein wenig zu regnen. Kein Licht erhellt den Platz. Einsam streift irgendwelches Getier durch den Wald. 🌎


Kaum regt sich ein leichter Sonnenstrahl übers Land, wache ich auf. Doch noch ist nicht Zeit aufzustehen. Wasser tropft von den nassen Blättern aufs Dach und zaubert eine beruhigende Melodie. Ich lausche mit geschlossenen Augen, die Zeit vergessend. Doch irgendwann treibt´s mich hinaus. Wo stehe ich hier überhaupt?

Unter der dünnen Straße führen Rohre für Kröten hindurch. Da muss es doch irgendwo Wasser Geben. Lange suchen muss ich nicht.

Ein vollkommen mit Entengrütze bedeckter Teich liegt verschlafen im Wald. (Großer Waldhausteich)

Seerosen streben aus dieser grünen Suppe. Normal kenne ich die Blätter flach auf der Oberfläche, doch hier stellen sie sich auf. Hätten wohl sonst keine Chance auf eines Sonnen Strahl.

Ein paar Meter durch den Wald ist noch die kleine Schwester dieses Sees. Nicht viel anders aussehend bemerkt man die Verwandtschaft. Wir verlassen diesen Ort nach einer Tasse Kaffee.

Kurz stoppen wir in Mannheim um zu schauen, ob alles rechtens. Schon geht es weiter. Der nächste Stopp in Landau. Doch auch nur kurz um ein wenig zu erzählen. Gegen Abend erreichen wir die Bremendell. Aufbauen braucht man nicht und so haben wir den Abend frei.


Das wird ein Tag des Nichtstuns. Schon am frühen Morgen übertreibt‘s die Sonne. Einzig Essen zubereiten und eine Fahrt runter zum See – mehr muss auch nicht sein.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*