Calibishie 🇩🇲

Dominica

Ich mag das iLand. Es ist nicht der Nabel der Welt. Hier ist aber auch nichts verschönt. Nichts nach EU Norm. Alles ist so wie es ist. Die Landschaft ist schön. Viel verbaut ist nicht. Herrliche Ausblicke über grüne Hügel. Vulkanische Aktivitäten und weite menschenleere Strände. Schroffe Felsen, die ins Meer ragen und sich ein täglich Stelldichein mit den Kräften des Meeres geben. Die zweitgrößte Stadt hat 3800 Einwohner und genügend Platz für jeden am Strand. Täglich Sonnenschein, aber auch genug Regen für die Pflanzen.

imageDer Verkehr ist sehr übersichtlich, obwohl hier jeder fährt, wie er will und unzählige Autowracks am Wegesrand liegen.

imageOb das Eine mit dem Anderen zu tun hat? Wer weiß es. Auch der Rum ist wie er ist. Wenn er in den Menschen kommt, ändert er sich nicht, sondern das Gefäß. Manchmal ist es erschreckend. Der Rum lässt wohl auch die Zeit schneller verstreichen. Hier stirbt keiner an Herzinfarkt. Sie sitzen schon in früher Jugend auf der Mauer und warten was der Tag so bringen mag.

imageAbends geht die Sonne unter. Das, was wir so toll finden, rote Sonne über dem Meer unter Palmen, ist hier das Endlosband, was jeden Tag abgespielt wird. Langsam stehen die jungen Kerle auf von der Mauer und gehen in den nächsten Laden. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Mal sehn, was da kommt. Höchstwahrscheinlich wird das gleiche Band abgespielt. Untertitel: „Die Insel, das Meer, die Sonne und ich“ Jeden Tag den gleichen Film, bist du dann die hundertste Wiederholung gesehen hast. Sieht so das Paradies aus? Könnte sein, wenn du nicht wüsstest, dass die Welt da draußen so viele andere Facetten hat. Die Menschen hier sind meist sehr freundlich. Mit einem Lächeln laufen sie aber nicht den ganzen Tag herum. Eher schauen viele sehr ernst und distanziert.

GG sagte Calibishie ? ist weit weg von Allem. Das stimmt. Absolut alles scheint so weit weg zu sein wie selten auf meinen Reisen. Hier ist mehr das Ende der Welt als in Ushuaia, welches den Titel eigentlich innehat. Vermutlich meinte sie nur die Naturattraktionen der Insel, welche sich hauptsächlich im südlichen Teil befinden. Egal wie sie es meinte. Sie hat Recht. Eine Wertung ist diese Aussage auf keinen Fall.

Nach unserem gestrigen Anstrengungen wollen wir es heute langsam angehen. Wir liegen auf dem Bett 3 Meter über dem Strand und unter unserem Fenster rauscht das Meer. Mein Pelikanschwarm ist mittlerweile auf acht angewachsen und ein Jeder dieser Gruppe stürzt sich unermüdlich Schnabel voran ins Meer, um sich den Frühstückstisch zu decken.

imageDas eine oder andere Mal scheint etwas neben den Teller bzw. Schnabel zu fallen. Des Fisches Glück ist der Pelikane Magenknurren. Alles hat seine zwei Seiten. Ich lieg auf meiner rückwärtigen und betrachte das Schauspiel bei einer Tasse Kaffee. Der Morgen verstreicht. Passe ich mich langsam an? Schon nach drei Tagen? Erschreckend, Oder? Was soll´s. Frühstücken. Wieder hinter´m Supermarkt. Wieder Rührei.
Wir tuckern langsam los nach Norden. Sie haben hier ´Pirates of the Caribbean´ gedreht. Erscheint mir sofort der geeignete Ort. Die Straße schlängelt sich an der Küste entlang und tangiert ab und zu eine Bucht. Vereinzelt stehen Häuser am Wegesrand. Vereinzelt ein Autowrack. Vereinzelt ein paar Leute sitzend auf der Mauer. Die Straße führt ins Land. Hier sollen die cold Sulfur Quellen des Nordens sein. ? Die Insel hält mal wieder eine Überraschung bereit. Der Wanderweg ist deutlich ausgeschildert. Ein Novum auf der Insel. Wir freuen uns auf ein Bad im warmen Schwefelwasser. Tatsächlich ist alles Wasser total kalt.

imageDie heißen Spots müssen sehr tief unter der Erde sein und hier kommt nur noch schwefliger Wasserdampf aus der Erde. Trotzdem toll und die Wanderung war insgesamt nur 1000 Meter lang. Weiter über die Insel. Mein General möchte nicht nach Capucino. Der nördlichste Ort der Insel. Wir halten am ersten Ort an der Küste. Hier soll ein kleines Riff sein. Das Erste was hier ist, ist einsetzender Regen. Ich finde am Strand ein Wellblech und baue erst mal ein neues Zuhause.

imageIrgendwie habe ich langsam das Gefühl, dass mich diese Insel assimiliert. Ich sitze nun unter dem Wellblech am Strand und warte einfach, dass der Regen aufhört. Nach ein paar Minuten ist es so weit. Grade noch scheu dem Wasser entflohen, begeben wir uns nun in dieses. Hier ist tatsächlich ein Riff.

imageEin paar Fische umschwärmen es. Auch eine Languste hält sich versteckt. Ängstlich schauen ihre Fühler unter einem Stein hervor. Keine Angst, ich tu dir nichts.
Der größer werdende Hunger treibt uns in die nächste Stadt. Hier sind sie noch lange nicht so weit, irgend etwas zu servieren. Genauer gesagt bauen sie an ihrem Stand herum und da ich diese Insel nun ein wenig besser verstehe , nehme ich es einfach nur zur Kenntnis.

Wir wollen mal tanken. Ja -ich sollte nicht alles schreiben. Es hing nur gerade so vor meinen Augen. Wir also in die Tankstelle. Ich weiß weder wo der Tankstutzen ist, noch was dieses Fahrzeug so am liebsten bekommt in seine intimste Öffnung. So halte ich da etwas mittig in der Tankstelle an und steige aus. Ein junges Mädel kommt freudig an und schaut mich mit leuchtenden Augen fragend an. Ich sage: ´Ich weiß nicht was es braucht´. Sie schaut mich an mit einem strahlenden Lächeln und sagt etwas verschmitzt: ´Es braucht Benzin´. Ich lass das mal genauso stehen. Total süß und gelernt habe ich auch was.

Wir fahren die einzige Straße der zweitgrößten Stadt ? auf und ab und landen letztendlich wieder im gleichen Lokal. Purple Turtle Beach Club. Die Shrimps brauchen etwas, wurde uns nach einiger Wartezeit mitgeteilt. Seh ich da gerade einen Fischer aufs Meer fahren mit einem bestimmten Auftrag? Gespannt bin ich auf die Umrechnung von einer Weile in europäische Minuten. Es dauerte gar nicht so lange, wie mir meinen blöden Stereotypen vorgaukelten. Im Prinzip war es ein anderes Gericht in der Karte welches sich aber auf dem Teller nur dadurch unterschied, dass der Fang des Tages heute kein Fisch sondern Shrimps ist. Nun zurück über die Insel. Das erste Mal bei Tageslicht. Sieht ganz anders aus. Langsam habe ich fast die durchschnittliche Wahnsinsgeschwindigkeit der Einheimischen für die örtliche Ausbaustufe der Straßen drauf. GG zuckt in jeder Kurve. Dabei sind die Regeln doch ganz klar. Fließender Verkehr. Also fahr wo Platz ist. Park wo Platz ist. Alles so schnell wie du willst oder kannst. Kurzform – floating.

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